In Cottbus funktioniert offenbar die Nachbarschafts-Informationskette gut. Kurz hinter dem Feuerwehrgerätehaus im Stadtteil Sachsendorf stehen sich Eigenheime und Plattenbauten direkt gegenüber. Als sich am Nachmittag des 31. Dezember eine Silvesterrakete im Dachfirst eines Eigenheimes verfängt und es zu brennen beginnt, klingeln aufmerksame Nachbarn die Leitstelle Lausitz an. Sie melden einen Wohnhausbrand, sodass die Wehren unverzüglich ausrücken können.
Zu dem Zeitpunkt hat die Familie am Kaffeetisch von den Flammen auf ihrem Dach noch nichts mitbekommen. Als die Kräfte der Berufsfeuerwehr Cottbus und der freiwilligen Feuerwehr in der Poznaner Straße eintreffen, können sie schnell die Flammen löschen und somit den Schaden gering halten.
Glück gehabt, zumindest in diesem Fall. Nicht ganz so glimpflich ist es im Cottbuser Stadtteil Ströbitz abgegangen. Dort haben Silvesterraketen zwei Balkons in Brand gesetzt. Ähnliches hat sich auch in Schmellwitz ereignet. Die Feuerwehr löschte jeweils die Flammen am Balkoninventar, Sachschäden entstanden.

Wie der Lagedienst das Vorjahr einschätzt

„Das war ein voll krasses Einsatzgeschehen zum Jahreswechsel“, sagt der Lagedienstführer in der Leitstelle Lausitz, Andreas Neukirch, auf Nachfrage von LR.de. Die Disponenten in der Leitstelle haben kaum eine ruhige Minute gehabt. Von dem Gebäude an der Dresdner Straße in Cottbus aus werden die Einsätze von Rettungsdienst und Feuerwehr im südlichen Brandenburg gesteuert.
Zum Jahreswechsel 2021/22 sei es dagegen wesentlich ruhiger gewesen, so Andreas Neukirch weiter. Er könne sich nicht daran erinnern, wann zuletzt ein so hohes Einsatzaufkommen zu einem Jahreswechsel zu verzeichnen war.

Wie oft die Feuerwehr in Cottbus ausrücken musste

In Cottbus hat es insgesamt 34 Brandeinsätze gegeben, darunter ein Pkw-Brand in Schmellwitz. Hinzu kamen Feuer in Kunststoff-Containern sowie an Hecken und Strauchwerk, die jeweils durch Feuerwerkskörper ausgelöst wurde. Pyrotechnische Erzeugnisse zerstörten im Stadtgebiet vier Briefkasten- und Klingelanlagen. Allerdings ist davon auszugehen, dass dies nur die Spitze eines Eisberges ist, da nicht jede Beschädigung bei der Polizei angezeigt wird.
Wie Andreas Neukirch weiter sagt, sind innerhalb von 24 Stunden in der Leitstelle Lausitz 700 Rettungsdienst- und Feuerwehreinsätze für den gesamten Süden Brandenburgs koordiniert worden. 180 Mal rückten Feuerwehren zur Brandbekämpfung aus. Größter Einsatz für die Leitstelle Lausitz war in Egsdorf (Teupitz / Landkreis Dahme-Spreewald) gewesen. Am Silvestertag haben zwei Männer im Keller eines Hauses mit Schwarzpulver hantiert. Es kam zu einer Explosion. Dabei ist ein Mann schwer und ein zweiter leicht verletzt worden.
Mehr Blaulicht-Nachrichten zu Polizeieinsätzen, Feuerwehreinsätzen, Unfällen und Bränden in der Lausitz finden Sie auf der Themenseite Blaulicht auf lr.de.
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