Ein 23-jähriger Strafgefangener der Justizvollzugsanstalt Cottbus-Dissenchen wurde am Freitagmorgen in seinem Haftraum stranguliert aufgefunden. Der Strafgefangene befand sich seit dem 7. Juni 2019 wegen Eigentumsdelikten in Haft. Der Polizei, welche die Ermittlungen aufgenommen hat, liegen nach derzeitigen Erkenntnissen keine Hinweise auf ein Fremdverschulden vor. Das teilte das Brandenburger Justizministerium am Freitagnachmittag mit. Weitere Angaben zum Opfer wurden nicht gemacht.

Es ist allerdings nicht der erste Selbstmord in der JVA Dissenchen. Im August 2016 erhängte sich ein 66-Jähriger in seiner Zelle. Der Mann hatte eine lebenslange Freiheitsstrafe zu verbüßen und schon viele Jahre in der Haft verbracht. Wenige Wochen zuvor hatte sich im Jahr 2016 bereits ein 27-jähriger Untersuchungshäftling erhängt.

In Brandenburger Gefängnissen haben sich nach Angaben der Behörde seit dem Jahr 2000 mehr als 40 Menschen das Leben genommen. Im vergangenen Jahr waren es zwei – darunter ein 57-Jähriger, der verdächtigt wurde, in Teltow seine Ehefrau getötet zu haben. Der Mann wurde im November 2019 tot in seiner Zelle in der JVA Brandenburg/Havel entdeckt.

Das Land will seit längerem einen Suizidpräventionsbeauftragten einsetzen, der für alle Justizvollzugsanstalten im Land zuständig sein wird – eventuell mit Unterstützung eines bei der JVA tätigen Psychologen. Der Beauftragte solle kommenden Montag seinen Dienst antreten, hieß es in der Mitteilung.