Schokolade aus Hornow
: Was Kinder in der Confiserie Felicitas entdecken

Ein Ferientag im Schokoladenland in Hornow bei Spremberg? Das ist mehr als Schlemmen. Was Familien erleben können. Und was das kostet.
Von
Annett Igel
Hornow
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Jelte (4) vor der Schauwerkstatt der Confiserie Felicitas in Hornow.

Jelte (4) wünscht sich in der Confiserie Felicitas in Hornow nur eine Kugel Mangoeis. Dann aber entdeckt er bei Elena Schöps in der Schauwerkstatt den Außerirdischen Stitch und einen kleinen Dino. So bunt kann Schokolade gestaltet werden.

Annett Igel
  • Die Confiserie Felicitas in Hornow bietet Schoko-Erlebnisse seit 1992 – Besichtigung und Mitmachen möglich.
  • Familien können Schokoladenfiguren gestalten, frühstücken oder Tiere im Streichelzoo besuchen.
  • Schlemmerfrühstück kostet 15,50 € für Erwachsene, Kinder zahlen 7,70 €; Eis pro Kugel 1,80 €.
  • Schokoladen-Workshops starten ab 10 €, größere Figuren wie ein Wolf kosten bis zu 25 €.
  • Hornow lockt mit Kirche, Schloss, Naturpfaden und gastfreundlicher Atmosphäre für Besucher.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In Hornow fließt die Schokolade. Kinder drücken sich am großen Fenster der Schauwerkstatt die Nase platt und beobachten die Chocolatiers beim Malen. Das Herzstück der Werkstatt ist ein Temperiergerät. Es hält die Schokolade in Bewegung. So bleibt sie warm und flüssig. Sie glänzt, wird in Formen gegossen und verschwindet im großen Kühlschrank.

Die Confiserie Felicitas GmbH produziert seit 1992 im brandenburgischen Hornow bei Spremberg belgische Schokolade. Mit drei kleinen Maschinen und ein paar Schokoladenformen sind  Goedele Matthyssen und ihr Mann Peter Bienstman in der ehemaligen LPG-Küche gestartet. Die Nachfrage steigt schnell. Felicitas ist ein wichtiger Arbeitgeber für Frauen auf dem Land und beschäftigt aktuell 65 Mitarbeiterinnen und zehn Mitarbeiter. Und einen Tierpfleger brauchen sie im Schokoladenland.

„Wer sich die Mühe macht, nach Hornow zu kommen, der soll hier nicht nur tolle Schokolade kaufen“, so Goedele Matthyssen. Sondern sehen, wie sie hergestellt wird und es selbst ausprobieren. „Auch das Landleben, das uns einst nach Hornow gelockt hat, wollen wir bieten“, sagt sie, „unsere Besucher sollen hier entspannen.“

Hornow bei Spremberg hat gern Gäste – und deshalb viele Bänke

Hornow ist ein Ortsteil von Spremberg und nicht nur mit dem Auto, sondern auch gut mit dem Fahrrad zu erreichen. Eine Kirche aus Feldsteinen aus dem 14. Jahrhundert und ein Schloss mit einer geschwungenen Aschenputtel-Treppe zum Park sind hier zu finden. Und viele alte Eichen.

Schokoladentafeln selbst gestalten? Das ist in der Schauwerkstatt der Confiserie Felicitas ganz spontan möglich.

Schokoladentafeln selbst gestalten? Das ist in der Schauwerkstatt der Confiserie Felicitas ganz spontan möglich.

Annett Igel

Es lohnt sich, früh am Morgen in das naturnahe Dorf zu kommen. Zu 8 Uhr können sich Besucher zum Schlemmerfrühstück im Schokoladenland anmelden. „Das ist für die Kinder spannend, weil wir in dieser Zeit unsere Tiere füttern“, sagt Goedele Matthyssen. Ob sich der Tierpfleger kümmert oder jemand aus der Familie – alle Kinder dürfen dann mit zum Stall. Zu den Eseln Felicitas und Felix, zur roten Katze Rosi, zu den Zwergkaninchen und Meerschweinchen, zu den Dammhirschen, die so scheu sind, dass sie sich außerhalb der Fütterungszeit selten zeigen.

Die Familien selbst haben die Wahl: Wollen sie wild und herzhaft frühstücken – mit Wildschinken und hausgemachtem Brot – oder das Fitness-Frühstück mit frischem Obst und Nüssen? Zum Kinder-Frühstück gehören ein frisches Brötchen, Cornflakes, Milch, Marmelade und der Nuss-Nougat-Aufstrich von Felicitas. Das schmeckt auch draußen unter den Sonnenschirmen. Das Café ist zudem Brasserie. So heißen in Belgien Restaurants, die in entspannter Atmosphäre eine Auswahl an warmen Speisen bieten. Es gibt Kuchen, Torte und Eis, das Felicitas selbst herstellt.

  • Den Schokoladenweg in Hornow liegt zwischen der Confiserie und dem Schloss. Und wurde – wie im angestammten Siedlungsgebet der Sorben und Wenden üblich – auch ins Niedersorbische übersetzt.

    Den Schokoladenweg in Hornow liegt zwischen der Confiserie und dem Schloss. Und wurde – wie im angestammten Siedlungsgebet der Sorben und Wenden üblich – auch ins Niedersorbische übersetzt.

    Annett Igel
  • Hier geht es zum Schokoladenland in Hornow – mit einem Laden, einem Café und einer Brasserie, mit  der Schauwerkstatt und einem großen Außengelände mit Spielplatz und Streichelzoo.

    Hier geht es zum Schokoladenland in Hornow – mit einem Laden, einem Café und einer Brasserie, mit der Schauwerkstatt und einem großen Außengelände mit Spielplatz und Streichelzoo.

    Annett Igel
  • So gestalten Besucher der Confiserie Felicitas ihre Schokoladen in der Form.

    So gestalten Besucher der Confiserie Felicitas ihre Schokoladen in der Form.

    Annett Igel
  • Auch die Reporterin versucht, mit Schokolade zu malen und zu schreiben.

    Auch die Reporterin Annett Igel versucht, mit Schokolade zu malen und zu schreiben.

    Martha Pinnow
  • Beim Herstellen einer Schokolade in Hornow können diese Zutaten verwendet werden.

    Beim Herstellen einer Schokolade in Hornow können diese Zutaten verwendet werden.

    Annett Igel
  • Schokoladenformen, die auch zeigen, wie es mit der Spiegelschrift auf der Schokolade funktioniert.

    Schokoladenformen mit Vorschlägen für die Gestaltung, die auch zeigen, wie es mit der Spiegelschrift auf der Schokolade funktioniert.

    Annett Igel
  • Eine Runde durch Hornow lohnt sich: Auf dem Spielplatz im Ort steht dieser Traktor aus Holz.

    Eine Runde durch Hornow lohnt sich: Auf dem Spielplatz im Ort steht dieser Traktor aus Holz.

    Annett Igel
  • Schattige Plätze gibt es auch vor dem Schloss in Hornow.

    In Hornow gibt es zahlreiche schattige Plätze für ein Picknick – zum Beispiel am Schloss.

    Annett Igel
  • So bleibt die Schokolade in der Schauwerkstatt der Confiserie Felicitas flüssig, um in Formen für Tafeln und Figuren gegossen zu werden.

    So bleibt die Schokolade in der Schauwerkstatt der Confiserie Felicitas flüssig, um in Formen für Tafeln und Figuren gegossen zu werden.

    Annett Igel
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Spontan einen Platz in der Mitmach-Schauwerkstatt zu ergattern, ist gar nicht schwer. Erste Vorkenntnisse gibt es im Schoko-Kino. Der Film erzählt, wie die Kakaobohnen geerntet und getrocknet werden, was dunkle Schokolade von weißen Tafeln unterscheidet und warum die Schokoladenfiguren hohl sind.

Mit Kittel und Haube in die Schauwerkstatt in Hornow

In einem langen Regal an der Tür zur Schauwerkstatt liegen die Hauben, Kittel und Schuhüberzieher. Eine Chocolatier holt die Besucher in die Werkstatt. Sie fährt die Arbeitstische in die richtige Höhe. Ilona Alschner aus Lübben ist mit ihren Freundinnen Birgit Schuhmann aus Oranienburg und Martha Pinnow aus Berlin nach Hornow gekommen. Alle drei lieben Schokolade. Bis zum Rand haben sie sich ihre Tafelformen gefüllt. Nüsse, Beeren und Krokant – von einem Tablett voller Zutaten suchen sie sich aus, was in ihre Schokoladen eintauchen soll. „Die Gummibärchen schmecken hier total lecker“, flüstert Martha Pinnow. Naschen ist erlaubt.

Auch Figuren werden gegossen. Da müssen die Kleckse für die Zartbitter-Augen zuerst in die Form und die Buchstaben in Spiegelschrift aus dem Tütchen gedrückt werden.

Während die Schoko-Kunstwerke abkühlen, ist Zeit für einen Spaziergang. Der Schokoladenweg, den es in Hornow wirklich gibt, führt am Schlossteich vorbei zum Herrenhaus. Durch den Schlosspark geht es zum Sportplatz und zurück zur Koppel, wo Nordische Fjordpferde grasen.

Ziegen warten in Hornow auf Kratzbürsten

Auch eine große Runde durch das Dorf lohnt sich. Es gibt noch mehr Tiere. Der Trafo-Turm ist Fledermausquartier und Nisthilfe. Ein Pfad zeigt, welche Blumen und Sträucher die Insekten lieben. Auf dem Spielplatz im Dorf steht ein großer Holztraktor. Über 700 Jahre alt ist eine der Eichen an der Feldsteinkirche aus dem 14. Jahrhundert. Und die Süßkirschen am Parkplatz vor dem Schokoladenland schmecken lecker. „Die Hornower sind sehr gastfreundlich“, sagt Goedele Matthyssen, „wir haben viele Picknick-Plätze. Abends treffen sich auch Hornower dort.“

Agnieszka Brdej striegelt die Ziege. Entspannung wird im Schokoladenland in Hornow großgeschrieben.

Agnieszka Brdej striegelt die Ziege. Entspannung wird im Schokoladenland in Hornow großgeschrieben.

Annett Igel

Groß ist zudem das Außengelände des Schokoladenlandes. Eine Kutsche und die Rutsche mit verschiedenen Klettermöglichkeiten, eine große Korbschaukel sowie Schaukeltiere locken. Und Felix, der Esel. Er ist fast noch ein Fohlen, und deshalb sehr neugierig. Den Streichelzoo bewohnen bunte Ziegen. Sie lassen sich striegeln.

Ein ganzes Sammelsurium an Kratzbürsten liegt bereit. In Körben am Gehege der Meerschweinchen und Zwergkaninchen. Agnieszka Brdej aus dem polnischen Gdansk holt sich eine der Bürsten, hockt sich zu der schwarz-weißen Ziege, striegelt los. „Und“, will Agnieszka Brdej nach fünf Minuten wissen,  „guckt sie schon entspannt?“

Mit diesen Kosten müssen Familien in Hornow rechnen

  • Für den Besuch im Schokoladenland der Confiserie Felicitas in Hornow bei Spremberg wird kein Eintritt verlangt. Aber Schokolade ist verlockend.
  • Ein Schlemmerfrühstück für einen Erwachsenen kostet 15,50 Euro, für ein Kind 7,70 Euro. Mit kleinen Extras ist die klassische Familie (zwei Erwachsene und zwei Kindern) schnell bei rund 50 Euro.
  • Eine Kugel Eis kostet aktuell 1,80 Euro.
  • Beim Mitmachen in der Werkstatt bestimmt den Preis, was gestaltet werden soll: Es beginnt bei zehn Euro pro Person für Schokotaler und kleine Figuren. Wer den großen Wolf gießen möchte, bezahlt 25 Euro.
  • Enthalten sind in diesen Kosten die Hygienebekleidung, zwei Schreibtüten oder eine Auswahl an Dekoration und die professionelle Anleitung in der Werkstatt.
  • Sein Kommen vorher mit Felicitas zu planen oder nach der Ankunft die Mitarbeiterinnen im Café anzusprechen, kann zu einem zusätzlichen Abenteuer verhelfen. Die Esel brauchen Beschäftigung, gehen am Wochenende spazieren. Da können Besucher einfach dabei sein.
  • Anfragen sind unter der Mail-Adresse event@confiserie-felicitas.de oder telefonisch unter der Nummer 035698 8055545 möglich.