Sagennacht in Burg 2026
: Open-Air-Spektakel - wenn Mega-Fabrik den Spreewald bedroht

Pfingsten 2026 steigt am Bismarckturm in Burg (Spreewald) die Spreewälder Sagennacht. Warum das Stück „Müschen impossible“ heißt, was die Geschichte bietet und der Eintritt kostet.
Von
Antje Herkt
Burg/Spreewald
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Burg Sagennacht PG 2026: 17. Spreewälder Sagennacht Pfingsten in Burg
Annabell Lehmann aus Burg und Schülerin am Niedersorbischen Gymnasium in Cottbus  als Mittagsfrau, einer sorbisch/wendischen Sagenfigur, sowie Tomas Kreibich-Nawka, Intendant des Sorbischen National-Ensembles Bautzen präsentieren am Dienstag in der in der Stadt- und Regionalbibliothek Cottbus Flyer und Plakate zur 17. Spreewälder Sagennacht für das Pfingstwochenende am Bismarckturm in Burg (Spreewald). Die Mythen und Sagen von Wendenkönig, Wassermann, Schlangenkönig & Co. gehören zum Spreewald wie die Fließe. Doch was wäre, wenn es den Spreewald nicht mehr gäbe? Dieser Frage geht die Spreewälder Sagennacht nach, die Pfingsten auf dem Burger Schlossberg erzählt wird, in Szene gesetzt vom Sorbischen National-Ensemble unter der Regie von Julia Schmidt. Die diesjährige Geschichte stammt von Jürgen Westphal, dessen Werke eine ungewöhnliche Verknüpfung von Gegenwart und Historie auszeichnen. Und so wird bei der Spreewälder Sagennacht auf der einen Seite im positiven Sinne Altbewährtes zu erleben sein, und auf der anderen Seite setzt sie sich mit ganz aktuellen Themen wie dem Erhalt des Spreewaldes angesichts von Strukturwandel und technischen Neuerungen auseinander.

Werben für die Spreewälder Sagennacht zu Pfingsten 2026 am Bismarckturm in Burg: Tomas Kreibich-Nawka, Intendant des Sorbischen National-Ensembles in Bautzen, und Annabell Lehmann aus Burg als Mittagsfrau, Schülerin am Niedersorbischen Gymnasium in Cottbus.

Michael Helbig
  • Pfingsten 2026 findet die Spreewälder Sagennacht am Bismarckturm in Burg statt.
  • „Müschen impossible“ erzählt vom Kampf gegen eine Mega-Fabrik – Anspielung auf Elon Musk.
  • Vorprogramm ab 19.30 Uhr, Hauptprogramm ab 21 Uhr – Einlass ist um 17 Uhr.
  • Neuerungen: modernere Musik, erstmals Gurken auf der Bühne und neue Acts im Vorprogramm.
  • Termine und Tickets: 23.–25. Mai 2026, Vorverkauf ab 34,50 Euro, Abendkasse 39,50 Euro.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Was wäre, wenn es den Spreewald mit seinen Fließen, Mythen und Bräuchen nicht mehr gäbe? Dieser Frage widmet sich die Spreewälder Sagennacht 2026, die zu Pfingsten (23. bis 25. Mai 2026) am Bismarckturm in Burg (Spreewald) stattfindet.

Nachdem mehrere Jahre lang ein Zyklus um den Wendenkönig auf der Bühne am Birger Schlossberg erzählt wurde, können sich Besucher zum dritten Mal in Folge auf eine eigenständige Geschichte freuen. Das Sorbische Nationaltheater in Bautzen greift dafür thematisch den Strukturwandel in der Lausitz auf - allerdings geht es zurück in die Zeit der Industrialisierung der 1930er-Jahre.

Der superreiche Unternehmer Dieterich Muks möchte den Spreewald einebnen lassen, um eine riesige Lokomotivenfabrik zu errichten. Der Name sei durchaus als Anspielung auf das Brandenburger Tesla-Werk von Elon Musk zu verstehen, sagt Tomas Kreibich-Nawka, Intendant des Sorbischen National-Ensembles (SNE), das die Sagennacht erneut in Szene setzt.

„Müschen impossible“ heißt es beim Spreewald-Open-Air in Burg

Kreibich-Nawka freut sich auch besonders über den Titel des diesjährigen Stücks: „Müschen impossible oder Wanka, Janek und die drei Unmöglichkeiten“. Schon bei seinem ersten Besuch der Sagennacht in Burg (Spreewald) im Jahr 2019 - damals noch als Dramaturg am SNE und auf der Fahrt durch Müschen - sei ihm klar gewesen, dass er dieses Wortspiel in Anlehnung an die Actionfilmreihe „Mission: Impossible“ verwenden müsse.

Spannung hat auch die Geschichte zu bieten, die zu Pfingsten in Burg (Spreewald) erzählt wird. Kurz zum Inhalt: Die Nachricht zu den Mega-Fabrik-Plänen platzt mitten ins Müschener Erntedankfest. Was die Spreewälder zunächst für einen makaberen Scherz halten, entpuppt sich jedoch schnell als bitterer Ernst. Als sich Widerstand regt, lässt Muks keinen Zweifel daran, dass er sein Vorhaben mit aller Macht durchsetzen will.

Wanka will nicht zulassen, dass ihre Heimat zerstört wird. Sie sucht Hilfe bei den Spreewälder Sagengestalten wie dem Wassermann. Und auch der schüchterne Janek, der schon lange heimlich in Wanke verliebt ist, wird noch zu ihrem persönlichen Helden.

Die Geschichte stammt aus der Feder von Jürgen Westphal aus dem Harz. Regie führt Julia Schmidt, die schon als Ludk bei der Spreewälder Sagennacht auf der Bühne stand und damit das Gelände am Bismarckturm bestens kennt.

„Musikalisch wird es deutlich moderner als im vergangenen Jahr“, kündigt der Intendant an. Für die Komposition zeichnet Christoph Reiter aus Berlin verantwortlich. Besucher können sich wieder auf schöne Kostüme freuen. Zum ersten Mal seien auch Gurken auf der Bühne zu erleben, so Kreibich-Nawka. Neben Chor, Ballett, Schauspielern und Statisten des Sorbischen National-Ensembles Bautzen sind Bozena Bjarsch als Wanka und Moritz Häußler als Janek zu erleben.

Diese Neuerungen bietet das Vorprogramm zur Sagennacht Burg

Das Amt für Tourismus in Burg (Spreewald) hat wieder ein buntes Vorprogramm auf die Beine gestellt. Zum ersten Mal mit dabei ist das Cottbuser Kindermusical. Es habe zwei seiner Lieder ins Sorbische übersetzt und präsentiere sie in Burg (Spreewald) zum ersten Mal, verrät Beate Kessler. Ebenfalls Premiere bei der Sagennacht haben die „Spreeperlen“, die Trachtentanzgruppe des Heimatvereins Döbbrick/Maiberg-Skadow.

Besucher können sich außerdem auf Akrobatik und Varieté freuen. Schüler des Niedersorbischen Gymnasiums Cottbus flanieren in Kostümen übers Festgelände. Zum Abschluss wird wieder ein imposantes Feuerwerk über dem Bismarckturm zu erleben sein.

Um das leibliche Wohl der Gäste kümmere sich ein neuer Caterer, kündigt Kerstin Möbes vom Amt Burg an. Die Liefer-Bar von der Cottbuser Lehmann-Crew werde auch Spreewaldtypisches wie Quark und Leinöl, Gurken und Plinse neben der üblichen Bratwurst & Co. anbieten. Das sollten Ausflügler beachten: Für Aufbau und Proben für das Open-Air-Spektakel bleibt der Bismarckturm vom 17. bis 26. Mai 2026 geschlossen.

Aufführungen und Karten für die Spreewälder Sagennacht in Burg (Spreewald) 2026

Die 17. Spreewälder Sagennacht steigt am 23., 24. und 25. Mai 2026 am Bismarckturm in Burg (Spreewald). Einlass ist um 17 Uhr. Das einstündige Vorprogramm beginnt um 19.30 Uhr, das Hauptprogramm um 21 Uhr.
Kartenvorverkauf: unter anderem online auf www.sagennacht.de, im Medienhaus der Lausitzer Rundschau unter Telefon 0355 481555, in den Touristinformationen Burg, Peitz und Lübbenau sowie in der sorbischen Kulturinformation Lodka im Wendischen Haus Cottbus
Tickets im Vorverkauf: ab 34,50 Euro, ermäßigt (8 bis 15 Jahre) ab 15 Euro
Tickets Abendkasse: 39,50 Euro, ermäßigt (8 bis 15 Jahre) 17,50 Euro