Russland Ukraine Krieg
: Diese Folgen hat ein Erdgas-Stopp auf die Lausitzer Wirtschaft

Spekulationen um einen möglichen Totalausfall der Gaslieferungen aus Russland sorgen für Existenzängste in der Wirtschaft Südbrandenburgs. Eine Blitzumfrage der IHK Cottbus  zeigt die Dramatik.
Von
Jan Siegel
Cottbus
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Erdgas ist bisher auch für die Lausitzer Wirtschaft ein entscheidendes „Lebens“-Elixier.

Martin Schutt/dpa

Der komplette Stopp der Gaslieferungen würde nahezu die komplette Wirtschaft in Südbrandenburg lahm legen. Das ist das Ergebnis einer Blitzumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK)Cottbus in den zurückliegenden vier Tagen unter ihren rund 35.000 Mitgliedsunternehmen zwischen Spremberg (Spree-Neiße) und Schönefeld Dahme-Spreewald).

Ohne Gas brechen Lieferketten zusammen

„Für ein Drittel der Unternehmen bedeutet kein Gas den Totalausfall der Produktion beziehungsweise die Einstellung des Geschäftsbetriebes“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Krüger. Insgesamt 16 Prozent der Firmen in Südbrandenburg wären ohne Erdgas sogar von einer dauerhaften Schließung bedroht, weil sie ihre Geschäfte oder Produktion danach nicht einfach wieder anfahren könnten.

Gleichzeitig erwarten selbst Brandenburger Unternehmen, die nicht direkt von einem Gas-Stopp betroffen sind, erhebliche Probleme, weil ihre Lieferanten oder Kunden ohne Gas nicht arbeiten können. Damit wären sie selbst nicht lieferfähig oder ihr Absatz würde zusammenbrechen.

Bei mehr als 80 Prozent der Südbrandenburger Unternehmen wird Erdgas bei der Heizungs- und Warmwasserversorgung verwendet. Immerhin mehr als ein Drittel setzt Erdgas auch direkt in der Produktion ein.

Forderungen der IHK an die Bundesregierung

Die 46 Mitglieder der Cottbuser IHK-Vollversammlung haben bei einer Sitzung am 7. April 2022 ihre Unterstützung für eine DIHK-Resolution „Sofortmaßnahmen gegen hohe Strom- und Energiepreise einleiten – Gasversorgung sichern“ beschlossen.

Darin fordert das Unternehmer-Parlament beispielsweise, die Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß von 0,05 Prozent abzusenken und auch den Hochlauf des Wasserstoffmarktes in Deutschland zu beschleunigen. Auch soll die Bundesregierung kurzfristig die erheblichen Übertragungsnetzentgelten reduzieren und dafür Steuermittel einsetzen.