(pk) Der 23. Januar hat das Leben einiger Cottbuser verändert. An dem Tag brach in einem Wohnhaus an der Zielona-Góra-Straße in Sachsendorf ein Feuer aus, in dessen Folge mehrere Wohnungen unbewohnbar wurden. Für die 75-jährige Margrit Block hat das Drama des Tages ein gutes Ende gefunden. Darüber berichtet ihre Tochter Petra Struschka. Sie möchte all denen danken, die ansonsten unerwähnt bleiben. „Wir haben so viel schnelle und unbürokratische Hilfe erfahren“, sagt die Cottbuserin aus vollem Herzen.

Der Betrieb eines mobilen Gaskochers in der Wohnung eines Mieters hatte nach Angaben der Polizei das Feuer am 23. Januar ausgelöst. Dabei wurden 17 Wohnungen in dem Aufgang beschädigt, von denen 14 vermietet waren.

Die Tochter erzählt: „Nach dem Brand war die Wohnung meiner Mutti unbewohnbar geworden.“ Den Schilderungen zufolge lebte sie direkt neben der Wohnung, in der das Feuer ausgebrochen war. „Wir sind dennoch sehr dankbar über den glimpflichen Ausgang.“ Demnach konnte ihre Mutter noch am selben Abend das Krankenhaus nach einer Behandlung wegen Verdachtes auf Rauchgasvergiftung verlassen. Zunächst kam sie bei der Tochter in Gallinchen unter. Mittlerweile hat die Mutter in der Spremberger Vorstadt ein neues Zuhause gefunden. Das sei erst durch die Unterstützung vieler Menschen so schnell möglich geworden.

Petra Struschka ergänzt: „Dem schnellen und umsichtigen Handeln der Hauskrankenpflege Gehrmann ist es wohl zu verdanken, dass die Feuerwehr schon wenige Minuten nach Ausbruch des Brandes vor Ort war und die pflegebedürftigen Mieter aus ihren Wohnungen holen und somit Schlimmeres verhindern konnte.“ Sven Gehrmann bestätigt, dass er unweit des betroffenen Hauseingangs gerade mit einer Mitarbeiterin sprach. „Ich habe einen Knall gehört und als ich mich umdrehte, sah ich schon wie die Flammen aus dem Fenster schlugen.“ Er habe sofort den Notruf gewählt. „In der Leitstelle sagte man mir, dass die Einsatzfahrzeuge schon unterwegs seien“, erzählt er. „Es hatte schon jemand vor mir angerufen.“ Sven Gehrmann wehrt ab: „Der eigentliche Dank gilt den Feuerwehrleuten, die die Menschen schnell aus dem Haus geholt haben.“

Nach dem Schrecken stand die Familie nun vor der Herausforderung, „schnell eine neue Wohnung zu finden und diese auch mit neuem Mobiliar auszustatten“, sagt Petra Struschka. „Ein großes und herzliches Dankeschön möchten wir an dieser Stelle der Gebäudewirtschaft Cottbus, namentlich Frau Hobracht aussprechen, die uns geholfen hat, innerhalb einer Woche eine den Wünschen entsprechende Wohnung zu finden und bezugsfertig zu übergeben.“ Demnach hat sich die Familie mehrere Wohnungen angeschaut und sich schließlich für eine neue Unterkunft in der Spremberger Vorstadt entschieden.

Damit nicht genug: „Ein weiteres großes Danke gebührt Hoffmann Möbel Cottbus, namentlich Herrn Exner und Frau Selling, die es nach Absprache mit dem Hausleiter im Lausitz Park ermöglicht haben, uns Möbel direkt aus der Ausstellung zu verkaufen und innerhalb weniger Tage auszuliefern.“ Das Unternehmen habe damit ein Herz für Menschen in Not bewiesen.

Von den 14 betroffenen Mietern in dem Unglücksaufgang leben acht Mietparteien in Ausweichquartieren der Gebäudewirtschaft Cottbus (GWC). Das kommunale Unternehmen hält nach eigenen Angaben mehrere Wohnungen als Notunterbringung für solche Fälle in ihrem Bestand vor. Sie sind mit dem Notwendigsten ausgestattet. Dazu gehörten mehrere Betten, Bettwäsche, Tisch, Stühle, Geschirr, Herd, Wasserkocher. Unternehmenssprecherin Angela Peschk erklärt: „Die Havariewohnungen sind nicht für eine länger dauernde Unterbringung gedacht und eingerichtet.“

Wann die Betroffenen in ihre Wohnungen zurückkehren können, ist ungewiss. Noch lässt sich laut GWC nicht abschätzen, wie lange die Instandsetzung dauern wird. Darüber hinaus begutachtet ein Statiker den Gebäudeflügel. Aus seinem Urteil könnten sich weitere Arbeiten zur Instandsetzung ergeben. Die Kosten der Reparaturen seien aus heutiger Sicht nicht bezifferbar.