Rechtsextremismus in Burg: Nach Bedrohung von Lehrern auf Instagram – Tatverdächtiger ermittelt

Die Überreste von mehr als 30 Aufklebern mit den Gesichtern der beiden Lehrer, die rechtsextreme Vorfälle an ihrer Oberschule in Burg publik gemacht haben, sind im Kurort überall zu finden. Der Staatsschutz ermittelt wegen Beleidigung und des Verstoßes gegen das Kunst- und Urheberrecht. Auch auf Instagram wurden die beiden Lehrkräfte bedroht. In diesem Fall ist ein Tatverdächtiger ermittelt worden.
Silke HalpickDie Polizei hat im Zusammenhang mit Bedrohungen zweier Burger Lehrkräfte in sozialen Netzwerken einen 16-jährigen Tatverdächtigen ermittelt. Es soll sich um den mutmaßlichen Ersteller eines Instagram-Accounts handeln, der zur „Jagd“ auf die beiden Lehrer Max Teske und Laura Nickel aus Burg (Spree-Neiße) aufgerufen hatte. Dazu wurde nach Angaben eines Polizeisprechers das Bild der beiden Lehrkräfte gepostet.
Max Teske und Laura Nickel hatten im April in einem Brandbrief tägliche rechtsextremistische Vorfälle an ihrer Schule in Burg im Spreewald öffentlich gemacht. Sie waren danach zunehmend Anfeindungen ausgesetzt und wurden auch auf Instagram bedroht. Beide Lehrer wechseln nun die Schule.
Nach Polizeiangaben stammt der Inhaber des Instagram-Accounts und Urheber des bedrohenden Posts aus der Region. Er sei bisher polizeilich nicht in Erscheinung getreten, hieß es weiter. Der Jugendliche sei bereits befragt worden und habe zugegeben, dass er den Account erstellt habe, so der Polizeisprecher. Der Account ist mittlerweile nicht mehr erreichbar. Die Staatsanwaltschaft Cottbus führt das Ermittlungsverfahren weiter.
Mehr als 2000 Menschen haben Brandbrief mitgezeichnet
Unterdessen haben die beiden Lehrkräfte in einer Mitteilung ihr Weggehen aus Burg noch einmal erklärt. „Nach unserem Brandbrief zu rechtsextremen Vorfällen an unserer Schule in der brandenburgischen Gemeinde Burg haben wir eine schwerwiegende Entscheidung treffen müssen. Wir haben die Versetzung beantragt, weil wir von der rechten Szene vor Ort angefeindet und eingeschüchtert wurden“, hieß es. Gleichzeitig teilten sie mit, dass sie ihren Brandbrief vom April auf einer Internetplattform veröffentlicht haben – „als Zeichen gegen Rechtsextremismus und für die Demokratie.“ Bereits mehr als 2000 Menschen hätten ihren Brandbrief mitgezeichnet, so die Beiden.
Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hofft indes, dass Burg seinen guten Ruf im Tourismus verteidigen kann. „Ich bin regelmäßig in Burg“, sagte Woidke am Mittwoch bei einem Termin mit Journalisten. „Natürlich sind die Vorgänge, die bekannt geworden sind, nicht nur schwierig. Sondern es muss alles dafür getan werden, dass sich so etwas nicht wiederholen kann.“ Er rief die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, daran mitzuarbeiten. „Dazu braucht es auch die Zivilgesellschaft in Burg.“
