Rechte Vorfälle in Cottbus
: Neue Fälle von Drohung, Einschüchterung und Gewalt

Eine Initiative schildert neue Fälle von Drohungen und Einschüchterungen aus dem rechten Spektrum in Cottbus. Die Polizei ist eingeschaltet. Darum geht es konkret.
Von
dpa
Cottbus
Jetzt in der App anhören

Rechte Gewalttaten sorgen in Cottbus nach mehreren Vorfällen bereits in der Vergangenheit für Verunsicherung. (Symbolbild)

Paul Zinken/dpa-Zentralbild/ZB
  • Cottbus: Zwei Vorfälle, die dem rechten Spektrum zugeordnet werden, beschäftigen die Polizei.
  • Eine „antifaschistisch aktive Person“ wurde auf dem Rad bedrängt – Verdacht auf Nötigung und Diebstahl.
  • Zweiter Fall laut Initiative: Haustür aufgetreten, Neonazis drangen bis vor Wohnung vor, Anzeige erstattet.
  • Polizei prüft in einem Fall ein politisches Motiv, zum zweiten lagen zunächst keine Kenntnisse vor.
  • Weitere mutmaßliche Propagandadelikte: Hitlergruß auf A13-Brücke, mehrfach verbotene Parole in der Nacht.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Polizei geht in Cottbus zwei Vorfällen nach, die ein Netzwerk als Angriffe aus dem rechten Spektrum schildert. Die Polizei bestätigte bisher zumindest in einem Fall, dass sie ein rechtsgerichtetes Motiv prüft.

Die Initiative „Sichere Orte Südbandenburg“ und der Verein Opferperspektive teilten am Freitagnachmittag mit, dass es in einem Wohnviertel in Cottbus am Donnerstag, 16. April, nahezu zeitgleich und in derselben Straße zu zwei Vorfällen gekommen sei, die dem rechten Spektrum zuzuordnen seien. Sie zielten auf Einschüchterung von Menschen ab, die sich zivilgesellschaftlich engagierten. Unter anderem sei eine Haustür aufgetreten worden, hieß es.

In Cottbus war es in der Vergangenheit bereits zu Angriffen auf ein alternatives Wohnprojekt und einen Jugendclub gekommen.

Polizei ermittelt unter wegen Nötigung in Cottbus

Laut Initiative wurde am Donnerstag zunächst eine „antifaschistisch aktive Person“ auf dem Fahrrad von einem anderen Radfahrer bedrängt. Dieser soll gefordert haben, die Tasche mit sichtbaren antifaschistische Symbolen herauszugeben. Der Täter soll die Person verhöhnt und einen Button von der Tasche abgerissen haben.

Ein Sprecher der Polizeidirektion Süd sagte der dpa, die Polizei ermittele nach der Meldung des Vorfalls wegen des Verdachts der Nötigung und des Diebstahls. Es werde auch ein politisches Motiv geprüft, „weil es anhand der Schilderungen naheliegt“.

Zu einem zweiten Vorfall lagen der Polizei-Pressestelle zunächst noch keine Kenntnisse vor, wie der Sprecher sagte. Hier war laut Mitteilung des Netzwerks eine Person aus dem Presseteam der Initiative „Sichere Orte Südbrandenburg“ in ihrem Wohnumfeld betroffen. Der Vorfall wird so geschildert: „Am späten Nachmittag des gestrigen Tages haben zwei Neonazis die Haustür aufgetreten, waren mehrere Stockwerke zur Wohnung vorgedrungen und hatten vor der Wohnungstür randaliert.“

Am Briefkasten seien mehrere Aufkleber hinterlassen worden - darunter ein Sticker mit der Aufschrift „Piss dich nach Berlin“. Es sei Anzeige erstattet worden, sagte die Sprecherin der Initiative „Sichere Orte Südbrandenburg“, Ricarda Budke. Es sei besonders erschreckend, dass bis ins Wohnumfeld vorgedrungen werde. „Diese Angriffe zielen darauf ab, engagierten Menschen ihre Rückzugsräume zu nehmen und sie zu vertreiben.“ Politik und Gesellschaft sollten sich öffentlich mit den Angegriffenen solidarisieren.

Hitlergruß an Autobahnbrücke in Cottbus

In Cottbus kam es zudem zu zwei anderen mutmaßlichen Propagandadelikten. Wie der Polizei-Sprecher sagte, haben nach Zeugenaussagen am Donnerstag zwei Männer auf einer Autobahnbrücke der A13 in Cottbus vorbeifahrenden Autos den Hitlergruß gezeigt. Zwei junge Männer seien als Tatverdächtige angetroffen worden. Außerdem kam es in Cottbus kurz nach Mitternacht mehrfach zum Aufruf einer verbotenen Parole.

Die Zahl rechter Gewalttaten ist in Brandenburg nach Angaben des Vereins Opferperspektive im vergangenen Jahr auf einen Höchstwert gestiegen. Für 2025 seien 290 rechte, rassistische, antisemitische und queerfeindliche Angriffe gezählt worden, teilte der Verein mit. Im Jahr zuvor waren es 273 Angriffe. Auch die Zahl der Betroffenen habe mit 523 einen Höchstwert erreicht.