Von Peggy Kompalla

Der Cottbuser Ostsee wartet weiter darauf, dass der Wasserhahn endlich aufgedreht wird. Gleichzeitig werden Pläne für die weitere Entwicklung geschmiedet. Und davon nicht zu wenige. Dabei geht es um Radwege, Parkplätze, schwimmende Häuser oder Bootsanleger, aber auch um das neue Hafenquartier und eine neue Schule. Ostseemanager Stefan Korb schwört die Stadtverordneten auf viel Arbeit ein.

820 Meter in 13 Monaten gebaut

Mit der Kaimauer steht das erste Bauwerk am Ostsee. Wie imposant es ist, zeigt der Ostseemanager den Abgeordneten des Bauausschusses. In einem Video fliegt eine Drohne die 820 Meter lange Wand entlang. Wie groß sie tatsächlich ist, wird erst deutlich, wenn die Kamera an einem Baugerät und Arbeitern vorbeifliegt, die winzig erscheinen. 13 Monate dauerte der Bau, derzeit laufen nur noch Restarbeiten. Doch damit ist es längst nicht getan. Jetzt wartet viel Büro-Arbeit, damit es am Ostsee weitergeht.

Hamburger planen neue Hafenstruktur

Derzeit brüten die Planer laut Ostseemanager über die Strukturierung des Hafens. Beim Wettbewerb hatten die beiden Hamburger Büros fehlig & mosh­feghi architekten und Gartenlabor Landschaftsarchitekten Bruns gewonnen. Sie überarbeiten derzeit gemeinsam mit der Stadt Cottbus ihre Anfangsideen. „Der Anlegerhafen wurde neu angeordnet und das Sportzentrum im Süden einmal gedreht“, erklärt Ostseemanager Korb. „Es sind noch Flächen für Trailer nötig. Denn die Boote müssen ja irgendwie ins Wasser. Deshalb ist jetzt ein Gewerbe- und Wirtschaftshafen im Süden etwas separat vom Wassersportzentrum.“

Parkplätze und Radwege

Gleichzeitig beschäftigten sich Fachleute von der BTU mit dem Autoverkehr und den nötigen Parkplätzen. „Da gibt es noch sehr unterschiedliche Zahlen zwischen Satzung, Berechnung und Entwurf.“ In dem Zusammenhang wirft Stefan Korb noch einen Gedanken ein: „Es ist ja ein klimaneutrales Quartier am Ostsee geplant. Da stellt sich die Frage, ob überhaupt so viele Parkplätze nötig sind oder es eine alternative Erschließung geben wird.“

Auch die künftige Radweg-Führung am Hafen wird derzeit analysiert. Demnach soll die Hauptroute zwischen der Ortsumfahrung und der Hafenbebauung entlanggeführt werden. „Der Radweg soll nicht direkt über die Promenade gehen“, sagt der Ostseemanager. Gleichzeitig soll das Hafenareal aber für Fußgänger und Radfahrer offen bleiben.

Noch offene Planungen

Der Ostseemanager zählt dann noch auf, welche Aufgaben noch angegangen werden müssen. Demnach laufen derzeit die Vergaben für Planung folgender Projekte: Machbarkeitsstudie von Kanälen im neuen Wohnquartier, Freiraum Seeachse, Künstlerische Ausgestaltung Seeachse, Planung Freiraum und Verkehr Rundweg und eine Machbarkeitsstudie für eine Bundesgartenschau. Damit ist es nicht getan: Weitere Expertise ist in nächster Zeit für folgende Aufgaben nötig: die Verankerung schwimmender Bauten am Hafen, eine Machbarkeitsstudie für Anleger und sonstige schwimmende Architektur aufgrund des etwa 30 Grabens am Hafen, für die Freiraumplanung der Strände – als Vorbereitung für Bebauungspläne, Gestaltungshandbücher für die Seevorstadt, Hafenquartier und Ortsteile, eine Standortstudie für die neue Grundschule Dissenchen und eine Variantenstudie für den Damm Schlichow.