Der Präsident der Handwerkskammer Cottbus Peter Dreißig hat die Renten- und Steuerpolitik der Bundesregierung heftig kritisiert. Beim Neujahrsempfang seiner Kammer sagte Dreißig: „In den letzten Jahren wurden teure Geschenke zu Lasten der jungen Generation verteilt. Wenn ich sehe, welche Kosten meine Enkelkinder mal schultern sollen, dann wird mir Angst und Bange.“

Der Kammerpräsident fordert statt immer neuer Wohltaten für sozial Schwächere, endlich auch „Streicheleinheiten und Wertschätzung“ für „Menschen, die jeden Tag aufstehen, zur Arbeit gehen und das Land mit ihren Steuern und Abgaben am Laufen halten“. Sie würden stattdessen mit steigenden Strom- und Kraftstoffpreisen sowie immer komplexeren Baunormen drangsaliert. „Wir brauchen eine echte Steuerreform, die mehr Netto vom Brutto bringt“, forderte Dreißig.

Der traditionelle Neujahrsempfang der Handwerkskammer Cottbus hat am Dienstagabend an die 300 Unternehmer, Politiker, Behördenleiter sowie Vertreter von Institutionen und Vereinen zum ersten gesellschaftlichen Großereignis des Jahres im Meistersaal am Altmarkt zusammengeführt.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) kündigte in Cottbus an, die Handwerker bei der „digitalen Aufrüstung“ ihrer Betrieb intensiv zu unterstützen. Gleichzeitig werde das Land Jungmeister mit bis zu 12 000 Euro bei einer Gründung fördern.

Größte Sorge des Handwerks ist nach Dreißigs Aussagen der fehlende Nachwuchs. Ausufernder Bürokratie schrecke Menschen ab, sich selbständig zu machen. Dabei brauche das Handwerk in den kommenden Jahren allein in Südbrandenburg Nachfolger für rund 2000 Betriebe, die sonst für immer schließen müssten.