(dsf) „Es ist ein Wunder, dass wir überhaupt noch Lehrer an der Volkshochschule haben“, sagt Christiane Fritzschka (CDU), Kreistagsmitglied in Spree-Neiße und Stadtverordnete in Guben. Vor ihr liegt eine Beschlussvorlage, über die der Kreistag in seiner nächsten Sitzung beschließen wird. Sie sieht ein deutlich höheres Gehalt für Lehrkräfte an den Volkshochschulen im Kreis vor. Drei Regionalstellen gibt es, eine in Forst, eine in Spremberg, eine in Guben.

11,30 Euro bekommt eine Lehrkraft an der Volkshochschule im Kreis, wenn sie keine pädagogische Ausbildung und keinen Fachschulabschluss hat. Kann sie sogar einen Hochschulabschluss nachweisen, sind es 13,80 Euro pro Stunde. Für Lehrkräfte mit Fach- oder Fachhochschulabschluss zahlt der Kreis 12,30 Euro. Wie wenig das ist, zeigt erst der Vergleich mit den anderen Kommunen in direkter Nachbarschaft.

In Cottbus liegt das niedrigste Honorar bei 19 Euro pro Stunde, das höchste bei 21 Euro. Die Angaben liefert die Kreisverwaltung in ihrer Beschlussvorlage gleich mit. Und Cottbus zahlt noch längst nicht die besten Honorare. In Dahme-Spreewald gibt es zwischen 18 und 35 Euro pro Unterrichtsstunde, in Oder-Spree zwischen 19 und 21 Euro. In Oberspreewald-Lausitz liegt der Mindestsatz bei elf Euro, der Höchstsatz allerdings bei 45,11 Euro.

Es habe bereits in der Vergangenheit Versuche seitens der Verwaltung gegeben, die Honorare zu steigern, das allerdings sei dann in den Ausschüssen gescheitert, sagt der zuständige Dezernent Hermann Kostrewa (SPD). Dennoch sei es an der Zeit, etwas zu tun. Mit Semesterbeginn sollen die Honorare deutlich steigen. 19 Euro soll es für Lehrkräfte ohne Abschluss geben, 21 Euro für Lehrkräfte mit Fach- oder Fachhochschulabschluss oder langjähriger Erfahrungen in der Erwachsenenbildung. Lehrkräfte mit Hochschulabschluss sollen pro Unterrichtsstunde 23 Euro bekommen.

Vom Bildungsausschuss gab es ein klares Ja zur Anpassung der Honorarrichtlinie, von Steffen Marquaß (Linke) allerdings noch eine Anregung an die Kreisverwaltung. Seit 19 Jahren hätten sich die Honorare für Volksschullehrer in Spree-Neiße nicht verändert. Künftig, sagt er, müsse der Kreis sich seine Richtlinie mindestens einmal im Jahr überprüfen – und die Honorare vergleichen mit denen an den Volkshochschulen in der Nachbarschaft. Zusage von Kostrewa.

„Ich freue mich“, sagt Monika Droese, Sachkundige Einwohnerin im Bildungsausschuss und selbst VHS-Lehrerin. Für die meisten Lehrkräfte an den Volkshochschulen sei das Unterrichten dort nur ein Nebenjob, wegen des Geldes arbeiteten dort die Wenigsten, sagt sie. Insofern sei die veraltete Richtlinie kein Skandal, eine Anerkennung seien die neuen Honorare aber schon.

Gelten soll die neue Honorarrichtlinie ab dem Beginn des laufenden Volkshochschulsemesters.