Es ist die mittlerweile fünfte Rotation der US-Truppen, die in Polen im Rahmen der Operation "Atlantic Resolve" eingesetzt werden. Seit dem Nato-Gipfel von Warschau 2014 sind die Amerikaner mit einer Panzerbrigade, Hubschraubern und weiteren Logistikeinheiten in Osteuropa präsent - und daran soll sich so schnell auch nichts ändern.

Truppen kommen per Schiff aus Texas

"Wir kommen unserem Auftrag nach", sagt Hartmut Renk (57), Chief of Staff der US-Army Europe, während er am Montag in Berlin die nächste Rotation der US-Kräfte ankündigt. Wieder sollen 3500 Soldaten und mit ihnen 85 Abrams Panzer, 85 Bradley Kampffahrzeuge und 15 Paladins verlegt werden. Per Schiff werden die schweren Waffen in Texas auf den Weg gebracht. In Holland landen sie Mitte Oktober, werden auf Schiene und Straße verladen und sollen dann in vier Tagen quer durch Deutschland marschieren. "Die Panzer werden wir komplett mit dem Zug transportieren. Über die Straße werden 300 Fahrzeuge mit 100 Anhängern rollen", erläutert Renk.

Truppenübungsplatz Oberlausitz als Zwischenziel

Ziel am dritten Tag der Reise wird der Truppenübungsplatz Oberlausitz. "Die Route hat sich bewährt", sagt der Vertreter des US-Militärs. Bereits im Januar hatten die US-Truppen diese Route gewählt. Die Soldaten werden zum Teil eingeflogen und entweder im Zug oder mit den Marschkolonnen ihren Weg nach Polen antreten.

Dort wird sich die US-Panzerbrigade in Zagan zusammenfinden, um dann zu Manövern entlang der Ostgrenze des Natogebiets von Estland bis Rumänien aufzubrechen. 50 Manöver mit 50 Partnernationen seien das Ziel für 2019 und auch im kommenden Jahr, so Renk. Die Hubschrauber bleiben derweil zunächst im deutschen Illingen.

"Unser Ziel ist Abschreckung", sagt der Brigadegeneral. Das haben die Nato-Mitglieder seit 2014 auf ihren Gipfeltreffen festgelegt. "Wir setzen diesen Auftrag um. Und wir werden immer besser", sagt Renk. Head-to-Toe - Kopf bis Fuß - erfolgt die Wachablösung in Osteuropa. Eine Panzerbrigade zieht ab, die nächste kommt.

Keine Abtransporte durch die Lausitz

Das Abrücken wird diesmal geräuschloser vor sich gehen. "Die Truppen sind zu ihrer Abschlussübung bereits in Grafenwöhr. Von dort werden sie direkt per Zug nach Bremerhaven verlegt", erläutert Renk. Der Lausitz bleiben zumindest diese Transporte erspart.

Aus den ersten Truppenverlegungen habe man gelernt. „Wir mussten einiges verbessern. Auch was die Informationspolitik betrifft", gibt der Brigadegeneral zu. Absprachen seien mittlerweile immer leichter. Auch in den zuständigen Behörden seien die nötigen Ansprechpartner und Genehmigungswege wieder klar.

Wenn man das jüngst von der Nato aufgestellte Ziel, 30 Bataillone in 30 Tagen einsatzbereit zu haben, umsetzen wolle, seien aber weitere Anstrengungen nötig. In Ulm wird gerade ein Nato-Hauptquartier für die Truppenverlegungen durch Europa aufgebaut. In Polen werden Material-Depots angelegt. Alles, um noch schneller auf Szenarien in Europa reagieren zu können. "Wir waren bis 2014 nicht darauf vorbereitet, Abschreckung in Europa zu demonstrieren. Jetzt sind wir es wieder", betont Renk. "Sie können sich auf uns verlassen!"

Mehr zum Thema:

Panzer über Cottbus transportiert: US-Armee verlegt 1500 Soldaten nach Polen

US-Armee bekommt Material-Stützpunkt in Polen: Keine Militärtransporte mehr durch die Lausitz?

Großübung „Noble Jump“: Die Nato marschiert in der Lausitz auf

US-Armee bekommt Material-Stützpunkt in Polen Keine Militärtransporte mehr durch die Lausitz?

Powidz/Cottbus/Frankfurt (Oder)/Wiesbaden

Großübung „Noble Jump“ startet am Sonntag Die Nato marschiert in der Lausitz auf

Weißwasser/Zagan