(hil, oht, hum) Dass sich der Fluch der Unglückszahl 13 ausgerechnet im Medienhaus der LAUSITZER RUNDSCHAU mit einem gänzlich ungeplanten Zwischenfall bewahrheiten sollte, war zu Beginn der 13. Nacht der kreativen Köpfe in Cottbus nicht absehbar. Bei allerbestem Wetter bildeten sich schon lange vor dem Startschuss um 18 Uhr an vielen der 20 Teilnehmerorte lange Schlangen.

Matthias Koziol, Vizepräsident der BTU Cottbus-Senftenberg, war selbst überrascht. „Als ich die Wartenden vor der Tür gesehen habe, dachte ich, dass es dann ja drinnen noch ganz schön leer sein müsste.“ Aber weit gefehlt. Schon wenige Minuten nach 18 Uhr standen die Besucher dicht gedrängt an den Ständen im Audimax.

Digitalisierte Schoko-Produktion

Torsten Arnold, Geschäftsstellenleiter von Siemens in Cottbus, half dort den ersten Kindern, in einer virtuellen Schokoladenfabrik ihre selbst kreierten Süßigkeiten herzustellen. Der Automat spuckte im Akkord die kleinen Schokotäfelchen aus, jedes mit einem individuellen QR-Code versehen. „Wenn man den scannt, kann man sofort alle Produktinformationen ablesen“, erklärt Arnold.

Der Automat macht Spaß, steht aber zugleich stellvertretend für einen wachsenden Zukunftsmarkt. „Es wird nicht mehr auf Verdacht sondern exakt nach den Bedürfnissen der Konsumenten produziert, auf den Punkt genau nach Bedarf“, sagte Arnold.

Gesundes Essen gehört auch dazu

Wer sich bei ihm an Schokolade sattgegessen hatte, konnte nur wenige Meter weiter bei der AOK lernen, was der Schoki-Zucker im Körper anrichtet. Trost gefällig? Den gab es an der legendären Suppenbar der Soroptimistinnen. „Wir haben extra aufs Abendessen verzichtet“, erzählt Marianne Straube aus Cottbus. Sie hat eine der letzten Portionen Kartoffelsuppe ergattert, auch die Linsensuppe war schon nach wenigen Minuten ausverkauft.

Allein an der BTU über 3000 Besucher

„Wir rechnen damit, dass wieder über 3000 Gäste zu uns kommen“, sagte eine BTU-Mitarbeiterin am Samstagabend. Und auch am Carl-Thiem-Klinikum war man mit dem Besucherandrang mehr als zufrieden. Vor der Kältekammer bildeten sich lange Schlangen, viele Cottbuser hätten gern einmal einen Selbstversuch in dem 110 Grad kalten Raum gewagt.

Alternative zur Kältekammer

Sie mussten sich allerdings mit weniger riskanten Kälteanwendungen begnügen, die dafür auch im Hausgebrauch Schmerzen und Entzündungen lindern können: Einfach einen Lolli aus gefrorenem Wasser in kreisenden Bewegungen über die schmerzende Stelle führen – hilft garantiert.

Operation am offenen Luftballon

Ein Chirurgenteam ließ sich bei seinen Operationen über die Schulter blicken. CTK-Sprecherin Anne Holzschuh erklärte dabei jeden Handgriff der Mediziner und beruhigte Ängstliche: Zwischen den sterilen Tüchern war kein echter Patient verborgen, operiert wurde nur ein Gummiball.

Doch nicht zu lange aufhalten, die Nacht war kurz, zu viele Stationen standen noch auf der Wunschliste. Gegen 21 Uhr musste Cottbusverkehr kurz die Bremse ziehen und um Geduld bitten: Der Shuttleservice kam an seine Grenzen, auch hier war der Ansturm kaum zu bewältigen.

Besucheransturm und Feueralarm

Großes Interesse gab es ebenfalls im Medienhaus der LAUSITZER RUNDSCHAU: Rund 1500 Besucher bevölkerten über den Abend die verschiedenen Stationen. Die Neugierigen kamen zügig voran, im 15-Minuten-Takt konnten sie an Führungen durch das Verlagshaus und die Druckerei teilnehmen. Elisa Bruschkewitz (17) aus Tharandt in Sachsen sagte anschließend: „Mal zu lernen, wie das alles so vor sich geht, in einer Druckerei und in der Redaktion zum Beispiel, das ist wirklich super interessant.“ Und Andrea Herbst (66) aus Cottbus ergänzte: „„Ich bin schon Jahrzehnte Leserin der Rundschau und lese jetzt online. Das ist für uns ältere Bürger sehr gut, da man die Artikel groß ziehen kann.“

Die RUNDSCHAU-Besucher bekamen am Ende der Nacht noch ein ganz besonderes Erlebnis obendrauf: Ein Rauchmelder hatte Alarm ausgelöst, die Feuerwehr evakuierte Briefzentrum und Druckerei. „In einem Trafo auf dem LR-Hof ist wohl ein Relais durchgeschmort“, sagte Clemens Braun, Geschäftsführer der LAUSITZER RUNDSCHAU. Weiter sei nichts passiert, es habe auch kein offenes Feuer gegeben.

Was sonst noch passiert ist? Im Stadthaus hörten die Gäste fast schon die Ostseewellen plätschern. Bei Fischbrötchen und maritimen Cocktails konnten sie sich schlau machen über den Ostsee. „Und immer wieder müssen mir Fragen nach Seegrundstücken beantworten“, erzählte Denis Kettlitz vom Förderverein Ostsee.

In der Galerie im Großenhainer Bahnhof freute sich der Künstler Artur Flohe über einen verloren geglaubten Schatz. Er hatte vor Jahrzehnten eine große Aluminium-Ätzung für das Gebäude der Staatsbank der DDR in Cottbus angefertigt. Der Architekt Martin Maleschka hatte das Werk wiederentdeckt und seinen Erschaffer damit überrascht.

In der Tanzschule Daniel Kara konnten die Cottbuser einen Schnellkurs in West Coast Swing belegen, im benachbarten Fitness- und Rehastudio Medifit gaben die Therapeuten Einblicke in digitale Diagnose- und Heilverfahren. „Toll, dass man vieles vor Ort ausprobieren kann“, sagte eine Rentnerin und ließ sich gleich einen Behandlungstermin für die kommende Woche geben.

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Nacht der kreativen Köpfe 2019 Warteschlangen vor CTK und BTU Cottbus

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