Die Stiftung Branitz und das Cottbuser Stadtmuseum trauern um Obermuseumsrat Siegfried Neumann. Der Pückler-Forscher, der einer der prägendsten Museumsfachleute der Stadt Cottbus und der Lausitz war, starb am 21. Februar 2020 im Alter von 90 Jahren.

„Das unermüdliche Wirken Siegfried Neumanns für Branitz, das Museum und die Sammlungen ist nahezu legendär. Ihm und seinen Mitstreitern, die ihn in guter Erinnerung tragen, gilt höchster Respekt und tiefer Dank. Seine enormen Verdienste um die Stiftung in Branitz, das Pückler-Erbe und die Lausitz bleiben“, würdigen der Vorstand und Direktor der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz, Dr. Stefan Körner, und der Leiter der Städtischen Sammlungen Cottbus, Steffen Krestin, den Verstorbenen.

OB Kelch würdigt Obermuseumsrat Neumann

Und Oberbürgermeister Holger Kelch drückt im Namen der Stadt der Familie sein Mitgefühl aus: „Siegfried Neumann gehörte zu den Persönlichkeiten unserer Stadt, deren Wirken von der Geschichte der letzten 30 Jahre scheinbar in den Schatten gerückt wurde. Aber ohne deren Leistungen vor 1990 wäre Cottbus nicht das vitale Oberzentrum der Lausitz, das es heute ist.“

Museum Schloss Branitz Ein Leben für Schloss Branitz

Cottbus

1959 übernahm Siegfried Neumann, nach seinem Studium an der Fachschule für Heimatmuseen in Weißenfels, die Leitung des noch jungen Cottbuser Stadtmuseums im Schloss Branitz, das 1961 Bezirksmuseum wurde.

Hier baute Neumann verschiedenste neue Fach- und Sammlungsbereiche systematisch auf und aus. In mehr als 30 Jahren Schaffenszeit war es ihm gelungen, das Städtische Museum Cottbus im Schloss Branitz zu einem Universalmuseum zu entwickeln, in dem Naturkunde, Geschichte und Kunst einschließlich einer Restaurierungswerkstatt einen Platz fanden. Damit legte er einen wesentlichen Grundstein für die heutige Museumslandschaft der Stadt Cottbus, wie die Stiftung Branitz betont. Durch zahlreiche Kontakte zu ausländischen Museen brachte Siegfried Neumann zudem manche Ausstellung aus Branitz in die Welt.

Neumann hat Pückler in den Fokus gerückt

Dem Schaffen und Wirken des Fürsten Hermann von Pückler-Muskau in Branitz hat Siegfried Neumann gemeinsam mit weiteren Verbündeten zu DDR-Zeiten anfänglich aufgrund der politischen Situation zurückhaltend und dezent, später, als die Zeit dafür reif war, um so nachdrücklicher Aufmerksamkeit verschafft, wie die Stiftung Branitz betont. So sei die Pückler-Ehrung 1985 zum 200. Geburtstag des Grünen Fürsten Neumanns Verdienst gewesen und gleichzeitig der Beginn eines Pückler-Kults, der bis heute andauert.