Die Entscheidung, das Gerichtsverfahren gegen die Rodung des Grundstücks für den E-Autobauer Tesla einzuleiten, sei intransparent und völlig planlos zustande gekommen, heißt es in einem Brief der Cottbuser Mitgliedsgruppe des Netzwerks.

„Wir fordern deshalb den Rücktritt der Verantwortlichen und eine schnellstmögliche außerordentliche Mitgliederversammlung.“

Der Vorsitzende des Umweltverbandes, Heinz-Herwig Mascher, wies die Kritik der Cottbuser Umweltgruppe als „emotionale Reaktion ohne Luft“ zurück. Auch den Vorwurf einer fehlenden Kommunikation wolle er nicht gelten lassen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Viele Mitglieder blieben bei Entscheidung außen vor

Die Kritiker monieren dagegen, die überwiegende Zahl der Mitglieder der Grünen Liga habe erst aus der Presse von der Einreichung der Rechtsmittel gegen die Rodung erfahren. Die Mitglieder seien weder in die Entscheidung einbezogen, noch seien sie von der Grünen Liga Brandenburg e.V. entsprechend informiert worden, hieß es.

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hatte die Baumfällarbeiten auf dem Gelände in Grünheide bei Berlin nach einer Beschwerde der Grünen Liga vorläufig gestoppt. Der Umweltverband hält die Erlaubnis für den vorzeitigen Beginn der Rodung für rechtswidrig, weil die endgültige Genehmigung noch ausstehe. Bisher war geplant, das Waldstück bis Ende Februar zu roden. Tesla will in Grünheide ab dem nächsten Jahr rund 500 000 Elektrofahrzeuge im Jahr herstellen.

Donnerstag außerordentliche Vorstandssitzung

„Der Punkt ist, dass das jetzt alle ausbaden müssen, was ganz Wenige entschieden haben“, sagte der Sprecher der Umweltgruppe, René Schuster: „Wir müssen eine Landesspitze in der Grünen Liga finden, die eine andere Kommunikationskultur pflegt.“

Laut Mascher wurden per E-Mail alle Mitglieder des Vorstands informiert. Zudem sei es eine „Eilentscheidung“ des Vorstands gewesen, das Gericht anzurufen. Dazu sei er befugt, sagte Mascher. Für Donnerstag kündigte er eine außerordentliche Vorstandssitzung an.