Der Polizeieinsatz in der Nacht zum Samstag, 27. April 2019, in Spremberg ist aus Sicht der Polizeidirektion Cottbus doch noch ein Erfolg geworden. „Jetzt sind die Haftgründe gegeben, sodass alle Verdächtigen festgenommen und ein Haftbefehl erlassen werden konnten“, sagte Ines Filohn, Polizeisprecherin in Cottbus, der Lausitzer Rundschau.

In Spremberg hatten Fahnder der Polizei aus Cottbus in Zivil und uniformierte Einsatzkräfte mehrere Verdächtige vorläufig festgenommen und diese nach Cottbus in die Polizeidirektion zum Verhör gebracht. Allerdings handelt es sich nicht um vier, sondern um sieben Männer rumänischer Nationalität, wie Polizeisprecherin Filohn sagte.

Gegen die Männer, die zwischen 18 und 40 Jahre alt seien, habe in Brandenburg kein konkreter Tatverdacht vorgelegen. Die Polizisten stellten zwar ein mögliches Tatwerkzeug für Einbrüche sicher, fanden in Spremberg aber kein Diebesgut.

Mutmaßliche Räder-Bande: Polizei aus Neubrandenburg liefert Erkenntnisse

Hier halfen Kollegen der Polizei in Mecklenburg-Vorpommern aus. Dort sind Ermittler des Polizeipräsidiums Neubrandenburg nach eigenen Angaben seit längerem auf der Spur einer kriminellen Bande.

Dieser werden Einbrüche in Autohäuser und Autowerkstätten zur Last gelegt. „Wir gehen von organisierter Kriminalität aus“, sagte Nicole Buchfink, Sprecherin der Neubrandenburger Polizei, der LR.

In Mecklenburg-Vorpommern, so der Tatvorwurf, soll die Bande bei mehreren Einbrüchen zum Teil hochwertige Kompletträder für Autos gestohlen haben. Im Januar 2019 in Neustrelitz im Wert von 50.000 Euro und Ende März dieses Jahres in Neubrandenburg. Dort stellte die Polizei einen Schaden von 100.000 Euro fest.

Räder-Bande aus Rumänien spezialisiert auf Luxusautos

Die Diebe sind demnach spezialisiert auf vergleichsweise teure Räder, zum Beispiel Reifen auf Alufelgen für luxuriöse PKW der Oberklasse. Die Bande wollte ihre kriminellen Aktionen nach Erkenntnissen der Ermittler nun auf den Raum Cottbus ausweiten.

Deswegen arbeiteten Ermittler aus den beiden benachbarten Bundesländern Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern nach neuesten Angaben der Polizei bereits vor dem 27. April zusammen, um der Räder-Mafia das Handwerk zu legen. Vor diesem Hintergrund sind auch die vorläufigen Festnahmen in Spremberg zu erklären.

Dort musste es „aus ermittlungstaktischen Gründen“ schnell gehen, heißt es bei der Polizei. Mit anderen Worten: Sonst wären die Mitglieder mutmaßlichen Räder-Mafia vermutlich schnell wieder aus Deutschland verschwunden und abgetaucht.

Mutmaßliche Räder-Bande: Samstagfrüh zum Haftrichter

Weil der mutmaßlichen Bande in Brandenburg jedoch noch keine Taten nachgewiesen werden können, unterstützten Vernehmer der Kripo aus Mecklenburg-Vorpommern die Kollegen in Cottbus. „Die neuesten Ermittlungserkenntnisse aus Neubrandenburg erhärteten den Tatverdacht“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der Cottbuser und Neubrandenburger Polizeibehörden dazu.

Dies habe dazu geführt, dass schließlich noch am Samstagmorgen eine Haftrichtervorführung erwirkt werden konnte. Ein Haftrichter beim Amtsgericht Neubrandenburg sah demnach den Verdacht einer strafbaren Handlung nun als gegeben an. Das Cottbuser Amtsgericht verkündete daraufhin am Samstag, 27. April, die sieben Haftbefehle.

Die Verdächtigen der mutmaßlichen Räder-Mafia aus Rumänien sitzen nun in Brandenburger Gefängnissen ein. Im weiteren Verfahren werden die Inhaftierten dann voraussichtlich nach Mecklenburg-Vorpommern in die Untersuchungshaft überführt. Beim Amtsgericht Neubrandenburg war dazu am 29. April zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Reifen-Bande aus Rumänien: Ermittlungen gehen weiter

„Die Ermittlungen in diesem komplexen Verfahren dauern an“, heißt es bei der Polizei. Neben den genannten Taten in Neustrelitz und Neubrandenburg stünden die Beschuldigten in Verdacht, an Einbruchsdiebstählen in Autohäusern in Rostock und Neuruppin beteiligt zu sein.

Die Taten in Neustrelitz und in Neubrandenburg mit einem Gesamtschaden von 150.000 Euro gelten demnach aus Polizeisicht als aufgeklärt.