(hil) Rund zwei Jahre nach einem schweren Verkehrsunfall wurde am Freitag das Urteil gegen einen polnischen Lkw-Fahrer gesprochen.

Maciej Michal G. war morgens aus Richtung Kolkwitz gekommen und ist bei grüner Ampel von der Karl-Liebknecht-Straße in die Waisenstraße nach rechts Richtung Bahnhof abgebogen. Eine junge Frau befand sich mit ihrem Rad auf dem Radweg, unmittelbar neben dem Lkw. Sie hatte ebenfalls Ampel-Grün zum Überqueren der Pappelallee. Der Lkw-Fahrer erfasste die Cottbuserin (29), die noch am Unfallort ihren Verletzungen erlag.

Fahrlässige Tötung

Der polnische Fahrer, angeklagt wegen fahrlässiger Tötung, erschien am Freitag nicht vor Gericht. „Es geht ihm nicht gut“, sagte seine Anwältin. Sie hoffe auf einen Strafbefehl, den ihr Mandat dann auch annehmen würde. „Er verdient 1700 Zsloty im Monat, umgerechnet etwa 450 Euro.“ Nach kurzer Debatte mit dem Staatsanwalt stimmt der Richter zu. Maciej Michal G. wird wegen fahrlässiger Tötung zu insgesamt 1350 Euro Strafe verurteilt.

„Keine Strafe der Welt kann uns unsere Tochter zurückbringen“, sagt der Vater der Getöteten vor Gericht. „Aber wir warten seit zwei Jahren auf ein Wort der Entschuldigung.“ Jeder Mensch könne Fehler machen, so der Vater. „Aber wenn er mit uns gesprochen hätte, wäre es für uns möglich gewesen, zu verstehen, was passiert ist.

Lkw-Fahrer tut Unfall leid

Die polnische Anwältin des Angeklagten nahm die Schuld für dieses Versäumnis auf sich. „Ich habe ihm geraten, zunächst nichts zu sagen. Aber meinem Mandanten tut unendlich leid, was damals passiert ist.“