(jul)  Das Spielzeugmuseum in dem Kolkwitzer Ortsteil Kackrow präsentiert zu Ostern eine neue Facette. Nachdem bereits seit Beginn dieses Jahrzehnts historische Kinderwagen zur Ausstellung gehören, einige Wagen haben da schon 100 und mehr Jahre „auf dem Buckel“, ist diese spezielle Kollektionsabteilung nun geordnet worden: „Ich habe nur noch einige der wertvollsten alten Kinderwagen behalten und  meine Sammlertätigkeit auf „Zekiwa“ spezialisiert“, erklärt Museumsinhaberin Christine Knabe.

Hinter dem Markennamen verbergen sich die Transportmittel, die für die jüngsten Erdenbürger in Zeitz hergestellt wurden. Das DDR- Unternehmen startete 1946 als VEB und ging aus dem von Stellmacher Ernst Albert Naether 1846 gegründeten Betrieb hervor. Naether war es, der den Kinderwagen zum Gebrauchsgegenstand  wandelte. Die Kackrower Sammlerin hat 32 Babyfahrzeuge aus der VEB-Phase zusammengetragen.

„Man muss sich auf einen Zeitraum beschränken, denn der Platz reicht sonst nicht aus“, betont Christine Knabe. Zu Ostern wird sie diese Zusammenstellung in und vor ihrer Museumsgarage präsentieren. Darunter befinden sich ein Sportwagen von 1955 ebenso wie die Modelle mit Seitenfenster aus den Siebzigerjahren und die schmucken Korbtypen mit hohen Rädern aus den Achtzigerjahren. Dass zu jedem Modell  neben dem Babytransportmittel auch meist ein Pendant für das Puppenkind gehört, wird in Kackrow ebenso zu sehen sein.

Das Zeitzer Unternehmen war zu DDR-Zeiten der größte Kinderwagenhersteller Europas und hat nicht nur für den Ostblock produziert. Es ist auch heute noch am Markt.  Christine Knabe hofft, dass sie das eine oder andere Modell noch finden kann, denn: „Mir fehlen noch so manche. Kinderwagen waren und sind Modeobjekte und deshalb gab es viele Neuheiten Jahr für Jahr, Formen, Farben und Materialien haben sich gravierend geändert“.

Neben den Wagen ist natürlich auch die historische Spielzeugschau zu sehen:

Puppen, Teddybären, Puppenstuben, Spielzeugautos, Kinderbücher und Spiele werden zusammen mit Osterdekorationen vergangener Jahre gezeigt. Eine ganze Vitrine ist allein den Figuren des DDR-Sandmännchens vorbehalten. „Für kleinere Kinder ist das aber nicht so interessant, denn Spielzeug sah in früheren Zeiten anders aus, vor allem nicht so bunt wie heute. Besonders die Eltern und Großeltern kommen bei mir auf ihre Kosten, weil sie an ihre Kindertage erinnert werden“, erklärt die Hobbymuseologin.

Die Ausstellung ist am Ostersonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet, danach dann wieder jeden ersten und dritten Sonntag im Monat.