Rund vier Monate nach Beginn des Prozesses um den Mord an Martin M. (31) soll nun endlich das Urteil gesprochen werden. Das letzte Wort hatten die beiden Angeklagten Robin K. (31) und Steve M. (33) bereits, nun redet nur noch der Vorsitzende Richter der 1. großen Strafkammer, Frank Schollbach. Er wird verkünden, was die Mitglieder des Gerichts in den Tagen nach den Plädoyers beschlossen haben.
Unmittelbar nach den Vorträgen der Staatsanwältin und der Verteidiger gab es allerdings noch einmal Aufregung um den Fall. Denn einer der Prozessbeteiligten hat einen positiven Coronatest. Droht nun ein erneuter Aufschub des Urteils?
Nein. Das zumindest sagt der Pressesprecher des Landgerichts, Richter Johannes Elliesen. Mit Stand Donnerstagnachmittag werde das Urteil wie geplant am Freitagmorgen, 5. November, verkündet werden. Einschränkungen für die Teilnehmer und Besucher seien nicht vorgesehen, bestätigt Elliesen auf Nachfrage.

Mordfall Martin M.: Wie bewertet das Gericht die Schüsse am Klosterplatz?

Mit Spannung erwartet wird, wie das Gericht den Fall nun bewertet. Die Verteidiger der beiden Angeklagten haben sich gegen eine Verurteilung wegen Mordes ausgesprochen, da es nicht in der ursprünglichen Absicht gelegen hätte, Martin M. zu töten. In ihren Geständnissen hatten Robin K. und Steve M. darauf verwiesen, dass sie ihr Opfer lediglich verletzten, ihm eine Abreibung verpassen wollten.
Staatsanwaltschaft und die Rechtsanwältin der Nebenklage sehen das allerdings ganz anders. Sie sehen alle Bedingungen für ein Mordurteil erfüllt und erwarten eine lebenslängliche Freiheitsstrafe für die beiden Angeklagten.
Was ist im Mordfall Martin M. geschehen? Wer sind die Angeklagten? Was wissen wir über die Hintergründe? Die RUNDSCHAU hat den gesamten Prozess in einem Podcast beleuchtet. Hören Sie hier hinein: