Flugzeugabsturz in Cottbus 1975
: NVA-Major Peter Makowicka kommt zu später Ehre

Cottbus erinnert an einen Major der Nationalen Volksarmee. Er starb am 14. Januar 1975. Weil er sich Anweisungen widersetzte, hat er viele Leben gerettet.
Von
Peggy Kompalla
Cottbus
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Vor 50 Jahren stürzte ein Militärflugzeug in Cottbus ab und blieb in diesem Wohnhaus über der Eingangstür stecken. Der Pilot Peter Makowicka kam dabei ums Leben.

Am 14. Januar 1975 ist ein Militärflugzeug in Cottbus abgestürzt und in diesem Wohnhaus an der Schmellwitzer Straße über der Eingangstür steckengeblieben. Der Pilot Peter Makowicka kam dabei ums Leben sowie sechs Bewohnerinnen des damaligen Ledigenwohnheims.

Peggy Kompalla
  • Militärflugzeug MiG-21 stürzt am 14. Januar 1975 in Cottbus ab, sechs Bewohner und Pilot sterben.
  • Pilot Peter Makowicka rettet durch Verzicht auf Schleudersitz viele Leben, prallt in Wohnhaus.
  • 800 Liter Kerosin lösen Feuer aus, das Inferno führt zu sechs Todesopfern und fünf Schwerverletzten.
  • Zwei Tage nach seinem Tod erhält Makowicka den Kampforden in Gold.
  • Artikel erstmals am 11. Juli 2024 veröffentlicht, nun aktualisiert.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die schrecklichen Ereignisse vom 14. Januar 1975 sind dem Plattenbau an der Schmellwitzer Straße in Cottbus heute nicht mehr anzusehen. Die aufgefrischte Fassade verdeckt die letzten Spuren des Unglückstages, die nur dem kundigen Auge noch Jahrzehnte später auffallen.

Gäbe es keine historischen Aufnahmen von jenem Tag, wären die Szenen kaum zu glauben, die sich damals abspielten. Denn in dem Wohnhaus steckte eine MiG-21 SPS. Das Militärflugzeug war abgestürzt. Dabei kam neben sechs Bewohnerinnen auch der Pilot ums Leben. An ihn erinnert eine Plakette am Wohnhaus. Das hat gute Gründe.

Cottbus war einst ein wichtiger Stützpunkt der Luftstreitkräfte der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR. Die Militärflugzeuge donnerten damals vom Flugplatz Cottbus-Nord über die Stadt. Der Wohnblock an der Schmellwitzer Straße steht in der Einflugschneise. Genauso wie das Textilkombinat, in dem die Mehrzahl der Bewohner des Wohnblockes arbeitete.

Darum hat der Pilot den Schleudersitz nicht betätigt

NVA-Major Peter Makowicka unternahm an jenem Schicksalstag einen Werkstattflug. Die Maschine führte keine Munition mit. Ein Glücksfall. Das Unglück nahm derweil im Landeanflug seinen Lauf. Ein technischer Defekt ließ das Triebwerk ausfallen. Neustarts missglückten. Daraufhin forderte der Flugleiter den 33-jährigen Piloten auf, sich mit dem Schleudersitz zu retten. Doch der widersetzte sich der Anweisung.

Stattdessen wollte er die Maschine über die dichte Bebauung hinwegziehen. Was ihm zu großen Teilen gelang, obwohl die Maschine dramatisch an Höhe verlor. Peter Makowicka konnte mit dem antriebslosen Flugzeug die Produktionshallen des Textilkombinats Cottbus, einen Kindergarten und eine Schule überfliegen. Sein Flug und sein Leben endeten gegen 10.10 Uhr. Das Militärflugzeug prallte in den fünfgeschossigen Plattenbau an der Schmellwitzer Straße 2.

Absturz, MiG-21, in Cottbus am 14. Januar 1975

Eine MiG-21 SPS stürzte am 14. Januar 1975 in Cottbus ab und prallte in das Wohnhaus an der Schmellwitzer Straße.

BStU

Die MiG blieb in dem Betonbau stecken, das Heck ragte aus dem Gebäude. 800 Liter Kerosin traten aus und entfachten ein Feuer mit Temperaturen von 1000 Grad Celsius, das sich rasend schnell ausbreitete. Sechs Frauen starben in diesem Inferno, fünf Menschen wurden schwer verletzt.

Wäre das Flugzeug früher abgestürzt, hätte es vermutlich Hunderte Tote gegeben. Zwei Tage nach seinem Tod wurde Makowicka der Kampforden für Verdienste um Volk und Vaterland der DDR in Gold verliehen. Er wurde auf dem Südfriedhof in Cottbus beigesetzt.

Hinweis: Der Text erschien erstmalig am 11. Juli 2024. Aus aktuellem Anlass haben wir ihn geprüft, aktualisiert und noch einmal veröffentlicht.