„Das können wir so nicht mehr machen.“ Mit diesen Worten hatte sich Kai Noack, der Chef der Cottbuser Tafel, Anfang Mai in der Rundschau zu Wort gemeldet und auch im Sozialausschuss darum gebeten, von der Stadt unterstützt zu werden. Corona hatte die Situation der sozialen Versorgungseinrichtung in Sachsendorf erheblich verschlechtert. Mehr Bedürftige, aber weniger Spenden. Im Besonderen die Ausgaben bei Miet- und Nebenkosten tun der Tafel gerade besonders weh. Etwas mehr als 1000 Euro muss Noack für das Objekt an die Gebäudewirtschaft Cottbus (GWC) entrichten. Hinzu kommen Stromkosten und weitere Positionen, die die monatlichen Ausgaben auf knapp 2000 Euro summieren.

GWC-Geschäftsführer Torsten Kunze verweist darauf, dass die Tafel-Miete aufgrund der „hohen sozialen Bedeutung“ bereits seit Jahren subventioniert werde. Er will aber noch weiter helfen und stellt klar: „Wir haben ein vitales Interesse daran, die Tafel zu unterstützen. Sie ist ein Mieter, der mit seinem Angebot den Menschen in Sachsendorf, aber auch uns als GWC hilft.“ An diesem Freitag wolle der Aufsichtsrat beraten, wie man Kai Noack im Detail entgegenkommen kann. Auch das Erlassen der Miete für einen bestimmten Zeitraum könnte eine Option sein. Reinhard Drogla, der zum GWC-Aufsichtsrat gehört, betont: „Wir werden die Tafel nicht fallen lassen. Es ist unsere Aufgabe, sie zu sichern.“
Bleibt die Frage, ob die Tafel unabhängig von Corona auf längerfristige Hilfe der Stadt hoffen darf. Dafür hat der Sozialausschuss einen Antrag gestellt. Dieser soll am 27. Mai in der Stadtverordnetenversammlung behandelt werden.