Von Peggy Kompalla

In Kürze soll der Planfeststellungsbeschluss für den zweiten Abschnitt der Cottbuser Ortsumfahrung vorliegen. Steffen Kleiner rechnet mit den Papieren in den nächsten Wochen. Er leitet das Dezernat Planung Süd im Landesbetrieb Straßenwesen. Der Beschluss ist die Baugenehmigung. „Wir wollen 2020 mit den Arbeiten beginnen“, sagt der Planer. Der Beschluss liegt noch nicht vor. Trotzdem laufen bereits Vorbereitungen. Und das aus gutem Grund, denn im Untergrund könnten sich gefährliche Hinterlassenschaften der Vergangenheit verbergen.

Kampfmittelräumer untersuchen den Untergrund

Erste Arbeiten sind sogar gut zu sehen an der Straße in Richtung Forst, in der Nähe des Abzweigs Kahren. Dort untersuchen Kampfmittelräumer derzeit den Untergrund. Genauso wie an einer zweiten Stelle. Diese befindet sich allerdings in einem Waldstück und ist damit nicht so auffällig. „Das sind die Startbaulose, die aus heutiger Sicht in Frage kommen“, erklärt Steffen Kleiner. Der Landebetrieb wolle gerüstet sein. Wenn im nächsten der Bau beginnt, soll es möglichst nicht zu Verzögerungen kommen.

Kampfhandlungen im Zweiten Weltkrieg

Der gesamte Bereich ist nach Auskunft des Brandenburger Kampfmittelbeseitigungsdienstes eine Munitionsverdachtsfläche. Dort habe es während des Zweiten Weltkrieges Kampfhandlungen gegeben. In der benachbarten Gemeinde Neuhausen war in den vergangenen Jahren immer wieder Munition gefunden worden. Im Jahr 2011 explodierten Riegelminen durch Selbstzündung. Verletzt wurde dabei glücklicherweise niemand. Daraufhin wurde das Areal untersucht weitere Munition gefunden und gezielt gesprengt. Dabei handelte es sich um Granaten und Minen, aber auch Bomben.

Neuer Abschnitt reicht bis zur Autobahn

Der zweite Abschnitt der Cottuser Ortsumfahrung wird von Nutzberg bis zur Autobahn reichen. In dem Bauabschnitt ist sowohl der neue Autobahnanschluss enthalten, als auch der Umbau der Kreuzung von L 49 und B 97 (rote Linie in der Grafik). Die Strecke wird komplett mit zwei Spuren plus einem Überholstreifen ausgebaut. Die Umsetzung des gesamten Projekts wird nach früheren Angaben mindestens zweieinhalb Jahre in Anspruch nehmen. Steffen Kleiner will keine Versprechungen machen, nennt deshalb auch keine Bauzeit.

Differenzen in den Vorjahren beigelegt

Der Landesbetrieb Straßenwesen ist sich ziemlich sicher, dass es vonseiten des Landesamtes für Bauen und Verkehr keine grundlegenden Einwände oder Auflagen für den Bauabschnitt geben wird. Das Landesamt in Hoppegarten ist Herr des Verfahrens und Genehmigungsbehörde. Die wesentlichen Differenzen seien in den Vorjahren beigelegt worden, erklärt Chefplaner Kleiner.

Erreicht wurde dies mit der Verlegung der Trasse. Sie rückt etwa 400 Meter weiter in den Wald. Auf diese Weise werden hochwertiger Mischwald geschont und kein Agrarland durchkreuzt. Außerdem dürfte die neue Trasse damit auch für weniger Verkehrslärm sorgen. Zu diesem Ergebnis sind die Planer in Zusammenarbeit mit den Kahrenern gekommen.

Dritter Abschnitt macht die Umfahrung erst effektiv

Die Ortsumfahrung für die Stadt Cottbus ist aber selbst mit dem Autobahnanschluss des zweiten Abschnitts nicht komplett. Ihre entlastende Wirkung wird sie erst mit dem dritten Abschnitt entfalten. Der führt von der Autobahn an Frauendorf vorbei und bei Groß Oßnig in der Nähe der Eisenbahnbrücke auf die B 97 (blaue Strichellinie auf der Grafik). Damit würde der gesamte Cottbuser Süden vom Durchgangsverkehr befreit. Das wären bis zu 10 000 Fahrzeuge täglich. Doch dieser entscheidende dritte Abschnitt ist bislang nicht mehr als ein Strich auf einer Karte.