„Holt die Bücher aus dem Feuer!“ – auch in diesem Jahr gibt es zum Gedenken an die Bücherverbrennung 1933 durch die Nationalsozialisten in Cottbus wieder eine szenische Lesung mit Musik im Glad-House  – zugleich aus Anlass des 75. Jahrestages der Befreiung vom Nationalsozialismus.

Besonderheit in diesem Jahr: „Wir streamen die Lesung live auf YouTube“, kündigt Mitorganisator Philipp Gärtner an. Denn: Live-Publikum vor Ort darf es in diesen Tagen natürlich nicht geben.

In den Vorjahren veranstaltet durch das Piccolo Theater, hat sich das Team in diesem Jahr mit der Bücherei Sandow, dem Glad-House und der Club Kommission Cottbus zusammengeschlossen.

Oscarpreisträger Urs Rechn zu Gast

Die Lesung wird am Freitag, dem 8. Mai, dem Tag der Befreiung, um 19 Uhr aus dem Glad-House gestreamt. Verschiedene Cottbuser Künstlerinnen und Künstlern lesen dabei Texte jener Schriftstellerinnen und Schriftsteller, deren Werke damals von den Nazis verbrannt wurden.

In diesem Jahr als ein besonderer Gast mit dabei: Schauspieler Urs Rechn. Neben seiner Theaterkarriere ist Rechn seit 1997 auch als Schauspieler in Film und Fernsehen gefragt. Internationalen Erfolg feierte er zum Beispiel mit dem Film „Son of Saul“, der 2016 mit einem Oscar als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet worden ist. Urs Rechn spielte die Rolle des jüdischen Oberkapos Biedermann.

Es lesen beziehungsweise musizieren außerdem Ulrike Kremeier, Matthias Heine, Sarah Heinze, Hendrikije Eger, Momo Kohlschmidt, Kai-Uwe Kohlschmidt, Reinhard Drogla, Charlott Lehmann, Josephine Egri, Erik Born, Maria Schneider, Werner Bauer, Lucie Thiede, Sigrun Fischer, Kai Börner, Mathies Rau, Josefine Meinhardt, Elke Dreko, Henri Kunze, Christoph Böhm, Matthias Joppe und Mario Heß.

Bücherverbrennung 1933

Am 10. Mai 1933 hatten die Nazis Bücher unliebsamer Autoren verbrannt. Darunter waren Autoren wie Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Franz Kafka, Bertolt Brecht und Heinrich Heine. Ausgangspunkt der Bücherverbrennung war der damalige Opernplatz in Berlin. Auf dem heutigen Bebelplatz erinnert ein unterirdisches Mahnmal, das durch eine Scheibe im Boden betrachtet werden kann, an die Bücherverbrennung.

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Cottbus/Senftenberg/Hoyerswerda