Lehrer-Demo heute
: Protest in Potsdam hat Auswirkungen auf Schulbetrieb in Cottbus

Lehrer in Brandenburg protestieren heute in Potsdam gegen angekündigte Stellenstreichungen und Mehrarbeit. Die Großdemo hat Folgen für den Schulbetrieb in Cottbus und der Lausitz.
Von
Silke Halpick
Cottbus
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Schule: ARCHIV - 08.07.2020, Baden-Württemberg, Marbach am Neckar: Ein Schüler meldet sich während einer Unterrichtsstunde in einem Gymnasium, während eine Lehrerin an die Tafel schreibt. (zu dpa: «Viele Wege führen ins Klassenzimmer») Foto: Marijan Murat/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Eine Lehrerin vor der Klasse an der Tafel. Gegen die Sparpläne der Landesregierung wollen heute Tausende Lehrer demonstrieren – auch aus Cottbus. Das hat Konsequenzen für den Unterricht.

Marijan Murat/dpa
  • Lehrer-Demo in Potsdam am 21. Mai 2025 gegen Stellenstreichungen und Mehrarbeit.
  • Teilnahme von 6000 Lehrern, inkl. 1300 aus Cottbus, Auswirkungen auf Unterricht.
  • Dezentrale Versammlungen ab 12 Uhr, Notbetreuung organisiert.
  • Eltern sollten früheren Unterrichtsschluss einplanen.
  • Protest gegen geplante Pflichtstundenerhöhung und Stellenkürzungen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Gewerkschaften und Verbände haben Lehrer in Brandenburg am Mittwoch (21. Mai 2025) zur Groß-Demo gegen die geplante Arbeitszeiterhöhung sowie den Einstellungsstopp aufgerufen. Daran werden sich voraussichtlich 6000 Lehrer, darunter auch 1300 Lehrer aus dem Schulamtsbezirk Cottbus, beteiligen – mit diesen Konsequenzen für den Schulbetrieb.

Vor der Großdemonstration, die vom Luisenplatz in Potsdam bis vor den Landtag führen soll, sind bereits dezentrale Personalversammlungen ab 12 Uhr angesetzt. In der neuen Gesamtschule in Kolkwitz (Spree-Neiße), aber auch in Lübbenau (Oberspreewald-Lausitz), Massen (Elbe-Elster) und Zeuthen (Dahme-Spreewald) wollen die Lehrer Tacheles reden. Im Anschluss daran wird mit Bussen in die Landeshauptstadt gefahren.

Der Protest der Lehrer hat auch Auswirkungen auf den Schulbetrieb an diesem Tag. Grundsätzlich müssen Lehrer, die sich an der Personalversammlung oder der Protestaktion beteiligen wollen, ab der 4. Stunde freigestellt werden. Doch das bedeutet nicht, dass ab diesem Zeitpunkt flächendeckend der Unterricht an allen Schulen in Cottbus oder Spree-Neiße ausfällt. Es wird an vielen Einrichtungen eine Notbetreuung organisiert.

Diese Konsequenzen werden auch in Cottbus befürchtet

Erfahrungsgemäß sind einige Schulen in Cottbus und Spree-Neiße vom Ausfall stärker betroffen als andere. Eltern sollten sich jedoch vorsichtshalber darauf einstellen, dass der Nachwuchs an diesem Tag möglicherweise früher als gewohnt Unterrichtsschluss hat.

Bei dem Protest geht es in erster Linie um die im Haushaltsentwurf des Landes ab Februar 2026 geplante Pflichtstundenerhöhung für Lehrer um eine Stunde pro Woche, die Stellenkürzungen für Lehrkräfte ab August 2025 sowie die Kürzung bei der sprachlichen und individuellen Förderungen für Schüler und der Ganztagsbetreuung. Lehrer und Erzieher wollen der Landesregierung gemeinsam die Rote Karte zeigen, heißt es vonseiten der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Für Günther Fuchs, GEW-Landeschef in Brandenburg ist das ein politischer Skandal. „Trotz weiter steigender Schülerzahlen sollen die schon jetzt schlechten Lernbedingungen weiter drastisch verschlechtert werden“, sagt er. Statt in die Bildung der heranwachsenden Generationen zu investieren, werde der Bildungsbereich erneut zur Haushaltssanierung missbraucht, wie er kritisiert. Von noch volleren Klassen und Zwangsumsetzung sprechen auch andere Experten.