Leag in Cottbus
: Vorstandschef Thorsten Kramer muss gehen – das ist sein Nachfolger

Die Aufsichtsräte beim Energieunternehmen Leag haben einen abrupten Wechsel an der Spitze des Unternehmens beschlossen. Thorsten Kramer muss gehen. Einen Nachfolger gibt es bereits.
Von
Jan Siegel
Cottbus
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Leag-Chef Thorsten Kramer spricht in Cottbus über die grünen Perspektiven für sein Unternehmen.

Leag-Chef Thorsten Kramer spricht über die grünen Perspektiven für sein Unternehmen

Thorsten Kramer hat mit den Plänen für Gigawatt-Factories in der Lausitz als Leag-Vorstandschef den Hebel brachial in Richtung einer grünen Zukunft umgelegt. Zu Ende bauen kann er die grünen Fabriken an Spree und Neiße nicht.

Jan Siegel
  • Thorsten Kramer muss als Vorstandschef der Leag gehen, Adolf Roesch übernimmt.
  • Leag plant große strukturelle Änderungen und wird zur Holding.
  • Roesch war vorher bei der Köster GmbH und General Electric tätig.
  • Auch Ressortzuständigkeiten im Vorstand werden neu geordnet.
  • Roesch will die Neuausrichtung der Leag erfolgreich umsetzen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Lausitzer Energiekonzern Leag krempelt gerade nicht nur seine Unternehmensstruktur gehörig um. An der Spitze des größten Industriearbeitgebers in der Lausitz dreht sich das Personalkarussell wieder kräftig.

Das haben die Mitglieder der Leag-Aufsichtsräte jetzt beschlossen.

Leag setzt auf Kontinuität trotz Umbau

Festhalten wollen die Leag-Aufseher unbeirrt an ihrem großen Plan zum grundlegenden strukturellen Umbau des Unternehmens. Die Leag wird künftig zu einer Holding, unter deren Dach mehrere unterschiedliche Geschäftsbereiche in verschiedenen Firmen arbeiten sollen. Das Holding-Konstrukt ist das Ergebnis eines verbissenen Tauziehens mit dem Leag-Eigentümer – EPH – auf der einen Seite und Belegschaftsvertretern, Gewerkschaften und auch den Ländern Brandenburg und Sachsen auf der anderen Seite.

Die tschechischen Eigentümer von EPH wollten am liebsten die Kohlesparte mit ihren Tagebauen und Kraftwerken abspalten und in eine Art „Schmuddelecke“ des EPH-Firmengeflechts auslagern. Bedeutet hätte das langfristig unberechenbare Risiken für die dort Beschäftigten und auch für die anstehende Wiedernutzbarmachung der Bergbauflächen, wenn sich das Kohlegeschäft durch steigende Abgaben in Zukunft nicht mehr lohnen sollte.

Selbständige Gesellschaften unter dem Dach einer gemeinsamen Leag–Holding. So soll die künftige Unternehmensstruktur der Leag aussehen.

Selbständige Gesellschaften unter dem Dach einer gemeinsamen Leag–Holding. So soll die künftige Unternehmensstruktur der Leag aussehen.

Schubert/LR

Der Plan von Thorsten Kramer – radikaler Imagewandel

Vorangetrieben hat den Umbau seit Anfang des Jahres 2022 der Leag-Vorstandschef Thorsten Kramer. Auf Kramers Konto gehen die Impulse zum Unternehmensumbau sowie massiven Bemühungen zum radikalen Imagewandel bei der Leag. Vom Kohlekonzern soll das Unternehmen zum sauberen, grünen Gigawatt-Powerhouse mutieren und in Zukunft rund um die Uhr grünen Strom grundlastfähig bereitstellen. Thorsten Kramer hat die Hebel bei der Leag dazu von Anfang an ziemlich konsequent und kompromisslos umgelegt und sich dabei nicht immer nur Freunde unter der Belegschaft gemacht im traditionsbewussten Bergbauunternehmen. Als nicht ganz unbelastet aber galt auch Kramers Verhältnis zu einflussreichen Aufsichtsräten.

In ihrer Sitzung am Mittwoch (18. September) haben die Leag-Aufsichtsräte nun einen schnellen Wechsel an der Spitze des Leag-Vorstandes beschlossen. Thorsten Kramers Amtszeit endet abrupt und sofort.

Das ist der neue Leag-Vorstandschef

Nach der Sitzung der Aufsichtsräte steht auch gleich fest, wer ab sofort der neue starke Mann an der Spitze des Lausitzer Energieunternehmens ist. Der heißt Adolf Roesch und war nach Angaben des Unternehmens zuletzt Vorsitzender der Geschäftsführung der Köster GmbH und Vorstandsvorsitzender der Köster Holding SE, einem großen deutschen Bauunternehmen.

Zuvor habe er Managementpositionen bei der General Electric und der Alstom-Gruppe innegehabt, zuletzt als Leiter des Kraftwerksservices für Zentraleuropa und als Sprecher der Geschäftsführung der General Electric GmbH und Mitglied des Vorstands der GE Power AG, teilte die Leag nach der Aufsichtsratsentscheidung mit.

Adolf Roesch ist der neue Vorstandschef der Leag.

Adolf Roesch ist der neue Vorstandschef der Leag.

Mareike Huster/Leag

Neuordnung im Vorstand der Leag

Aber nicht nur beim Vorstandschef muss in der Leag-Zentrale in Cottbus das Türschild ausgetauscht werden. Mit dem Wechsel des Vorstandsvorsitzenden würden auch die Ressortzuständigkeiten im Vorstand neu geordnet, heißt es in einer Mitteilung nach der Aufsichtsratssitzung. „Adolf Roesch übernimmt zusätzlich die Verantwortung für den Bereich der Kraftwerke und des Technischen Services.“  Roesch selbst hat bereits angekündigt, die „Neuausrichtung der Leag, die im Juni im Aufsichtsrat beschlossen wurde, weiterhin zielgerichtet und erfolgreich umzusetzen“.

Bei Philipp Nellessen, dem bisherigen Vorstand für die Produktionsressorts, würden künftig die Bergbau-, Veredlungs- und Biomasse-Aktivitäten gebündelt. Für das Wachstum und die Erschließung neuer Märkte soll künftig auch der Finanzvorstand, Markus Binder, die Verantwortung tragen. Arbeitsdirektor und damit auch Personalvorstand bleibt unverändert Jörg Waniek.