In der Druckhalle der Lausitzer Rundschau herrscht geschäftiges Treiben. Ein Blick in die Halle lässt nicht vermuten, dass hier parallel zur laufenden Zeitungsproduktion gerade am Umbau des kompletten Druckprozesses gearbeitet wird. Denn während die aktuelle Druckmaschine, die hier 1991 in Dienst gestellt wurde, ihre letzten Schichten absolviert, wird die Nachfolgerin errichtet.
Alles wirkt wie ein alltäglicher Vormittag in einer Druckerei. Rund ein Dutzend Beschäftigte sortieren Beilagen und Prospekte auf ein Laufband, welches sie in den frisch gedruckten Ausgaben der „Lausitzer Woche“ platziert. Mehrere Drucker überwachen am Bildschirm den Druckprozess für die ersten Teile der nächsten Ausgabe der Rundschau. Im Hintergrund rattert lautstark die betagte Druck-Dame, die in wenigen Wochen den Ruhestand erreichen soll. Lediglich einige große Papierrollen wirken etwas deplatziert, als wäre ihnen ihr eigentlicher Platz genommen worden.

Neue Druckmaschine kommt aus Oranienburg

Und tatsächlich wurde dem Papier sein Platz genommen, wie Frank Käppler, Leiter des Bereichs Herstellung in der Druckerei bestätigt. Denn die neue Druckmaschine wird bald ihren Betrieb im bisherigen Papierlager der Druckerei aufnehmen. Dies bedeutet die größte Umstellung für die Mitarbeiter seit dem Einbau der noch laufenden alten Druckmaschine, die vor 30 Jahren ihren Dienst im Medienhaus Lausitzer Rundschau in Cottbus aufnahm und bis heute mit vielen mechanischen Originalteilen betrieben wird.
Jetzt wird sie durch ein rund zehn Jahre jüngeres Modell ersetzt: eine Colora-Druckmaschine, die bisher in Oranienburg Druckerzeugnisse produzierte.
Drucker Heiko Merz legt Druckplatten für das Einhängen in die bisherige Druckmaschine bereit. Von diesen werden die späteren Zeitungsinhalte über ein Gummituch auf die Zeitungsseite übertragen.
Drucker Heiko Merz legt Druckplatten für das Einhängen in die bisherige Druckmaschine bereit. Von diesen werden die späteren Zeitungsinhalte über ein Gummituch auf die Zeitungsseite übertragen.
© Foto: Frank Hammerschmidt

Für die Druckmaschine muss das Hallendach erhöht werden

Doch bevor die Druckmaschine ihren Weg in die Lausitz antreten konnte, mussten erst bauliche Veränderungen am bisherigen Papierlager vorgenommen werden. Der Grund: Die neue Druckmaschine ist mit ihren acht Metern schlichtweg höher als das ursprüngliche Hallendach. So wurden ab Ende Februar das Dach der Halle an einer Stelle geöffnet und mehrere vertikale Säulen mit Querträgern eingebaut, die das Hallendach rund um die neue Druckmaschine erhöhen.
Auch der Weg der über 100 Tonnen schweren Maschine an ihren neuen Arbeitsplatz führte in Teilen über den Luftweg: Mit einem Schwerlastkran wurden einzelne Bestandteile durch die Öffnung im Dach in die Halle gehoben und platziert. Hier musste zentimetergenau gearbeitet werden, denn die Maschine trennen teilweise nur mehrere Millimeter von der Dachkonstruktion.

Neue Druckmaschine bietet verschiedene Vorteile

Doch in der Druckhalle platziert, sind die Arbeiten, an denen insgesamt rund 50 Arbeiter beteiligt sind, noch lange nicht beendet. Das sagt Herstellungsleiter Frank Käppler, während wir die steilen Metallstufen der acht Meter hohen Maschine besteigen. Auf den verschiedenen Ebenen der Maschine sind gerade mehrere Drucker damit beschäftigt, die Maschine für ihre zukünftige Arbeit vorzubereiten.
Bis Ende Mai sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, dann kann die Druckmaschine ihren Probedienst aufnehmen und wenig später regulär in Betrieb gehen. Die Maschine wird dann auch erhebliche Verbesserungen für die Prozesse in der Druckhalle bieten, so Käppler. So sei mit der neuen Druckmaschine unter anderem ein erheblich effizienteres und flexibleres Arbeiten möglich, um schneller interessanten Lesestoff zu produzieren. Darüber hinaus werde sich der Papierweg innerhalb der Maschine wohl von bisher 110 Metern auf nun bald nur noch knapp über 50 Meter verkürzen.

Drucktechnik bleibt altbewährt mit vier Farben

Was auch bei der neuen Maschine nicht grundsätzlich anders wird, sind die Grundsätze des Zeitungsdrucks. Diese hatten sich bereits durch allgemeine Digitalisierungsprozesse in den letzten Jahrzehnten massiv verändert. „Die Analogisierungsschwelle hat sich immer weiter nach vorne verschoben“, sagt Käppler. Während früher noch sehr viel händisch gearbeitet worden sei, werden die Zeitungsseiten heute digital an die Drucker geliefert.
In der Druckerei werden diese dann auf 0,3 Millimeter dicke Druckplatten aus Aluminium mit der Größe einer Zeitungsseite übertragen. Im Offset-Verfahren (indirektes Druckverfahren) mit den Farben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz finden die Bilder und Texte dann ihren Weg auf die Zeitungsseite.
In den nächsten Wochen soll die Druckmaschine dann endgültig eingerichtet sein, die ersten Zeitungsseiten der Lausitzer Rundschau werden an ihrem neuen Standort produziert. Gleichzeitig soll dann bereits die alte Maschine zurückgebaut werden. Für diese bleibt nur die Verschrottung, während die Druckerei mit der neuen Maschine in Richtung Zukunft durchstartet.