Kaffee weckt die Lebensgeister. Bei Christian Namyslo weckt er Experimentierfreude und Entdeckerlust. Der Ur-Cottbuser, der nie gerne Kaffee getrunken hat, ist dank eigener Rösterei und hochwertiger Bohnen so auf den Geschmack gekommen, dass er den Genuss gern teilt – seit zwei Jahren mit der eigenen Cottbuser Kaffeerösterei an der Oberkirche.

Egal, wer seine kleine aber feine Cottbuser Kaffeerösterei an der Oberkirche betritt, Christian Namyslo versteht es, Neugier und Entdeckerlust auch bei seinen Kunden zu wecken. Weil der Funke einfach überspringt, wenn er von fruchtiger, nussiger oder schokoladiger Note schwärmt, von Flavour spricht und Abgang. Das klingt wie bei einer Weinverkostung. Und wenn der Kunde dann auch noch probieren darf – am besten aus dem eigens in Dresden entwickelten Kaffeeautomaten für kleine, aber feine Kaffeeröster, dann ist der Wohlfühlmoment perfekt, die kleine Auszeit, die Kreativität und Lebensgeister weckt. Das ist Kaffeekultur, wie sie Cottbus-Touristen aus Bayern, Tschechien oder Norddeutschland, die seine kleine Rösterei besuchen, sonst nur aus Bremen oder Hamburg kennen, wie sie gern und sehr zur Freude des Cottbuser Kaffeerösters staunend anmerken.

Natürlich dürfen auch die schokoladigen Versuchungen nicht fehlen in seinem besonderen Kaffee-Geschäft. Doch nicht alles, was traditionell zusammen passt, ist auch nach Christian Namyslos Geschmack. Auf selbigen gekommen, war es für den Cottbuser Kaffee-Entdecker deshalb nur folgerichtig, die Fusion von Kaffee und Schokolade neu zu definieren – mit hochwertigen Zutaten.

Zu Hilfe kamen ihm die gute Kenntnis der Region und die für ihn typische intensive Auseinandersetzung mit jeglicher Materie, die ihm am Herzen liegt. Bei den Belgiern und Wahl-Hornowern Goedele Matthyssen und Peter Bienstman stieß der gelernte Kaufmann schnell auf offenen Ohren. Gemeinsam entwickelten sie die erste Fusion von hochwertigen selbst gerösteten Kaffeesorten und belgischer Bio-Schokolade. Bereits zur Grünen Woche 2018 präsentierten sie die Kaffee-Schokoladentafel (KaffeLade) namens „Lausitzer Aroma-Fusion“.

Inzwischen hat Namyslo weitere Sorten KaffeeLade kreiert. Dabei lässt er zum Beispiel belgische Vollmilch-Schokolade und Cranberries eine Fusion mit gemahlenen Sidamo-Kaffeebohnen aus Äthopien eingehen oder Zartbitter-Schokolade mit Salzkaramellperlen und Arabica-Perlbohnen. Sao-Tome-Schokolade lässt er mit Kakao-Nibs und Abyssinien-Mocca-Bohnen aus Äthopien harmonieren und für die ganz süßen Fans hat Namyslo eine Kaffeelade-Tafel aus Gold-Karamell-Schokolade mit Indien-Monsooned Malabar-Bohnen kreiert. „Kakao kann einen fruchtigen Anklang haben, Kaffee auch. Bringt man beides in hochwertiger Qualität zusammen, ergibt das ein außergewöhnliches Geschmackserlebnis. Jede Nuance setzt verzögert ein wie ein Hand in Hand Abklatschen von Kakao zu Kaffee“, schwärmt der Cottbuser und berichtet von dem verblüffenden Erlebnis, dass der Genießer schon nach einem Stück Kaffeelade glücklich ist.

Glücklich sind auch die Felicitas-Gründer Goedele Matthyssen und Peter Bienstman über Menschen und Partner, die offen sind für Neues und die Region mit ihnen gemeinsam stärken. Sie pflegen gern Kooperationen, „wenn die Zusammenarbeit fair, ehrlich und für beide Seiten gut ist“, sagt Goedele Matthyssen. Auftragsproduktionen bilden nur einen kleinen Teil der handwerklichen Schokoladen- und Pralinen-Produktion in Hornow, aber einen sehr interessanten und vielfältigen. „Wir gießen die Schokolade, die weiteren Zutaten legt Herr Namyslo nach eigenen Rezepturen fest“, schildert Goedele Matthysen die Zusammenarbeit mit dem Cottbuser Kaffeeröster. Die KaffeeLade und eine speziell für „Felicitas“ komponierte Hausmischung auserlesener Kaffees aus der Cottbuser Kaffeerösterei bieten die Belgier nun auch in ihrem SchokoLadenLand in Hornow an.

Auch im Cottbuser Edeka-Center von Kathrin Scholz sind die Spezialitäten der Cottbuser Kaffeerösterei willkommen, so wie in vielen anderen kleinen, aber feinen Geschäften der Region, zum Beispiel im Spreewald. Das treibt Christian Namyslo an. „Ich fahre die Strategie, weil ich Freude daran habe, und weil Aufmerksamkeit wichtig ist für so einen kleinen Laden am Rand des Stadtzentrums“, sagt er und hat schon wieder neue Ideen, wie der die Genuss-Kultur in der Region bereichern kann.