Gut fünf Monate nach der Tat beginnt am Montag vor dem Landgericht Cottbus die Hauptverhandlung um den Messerangriff auf eine Arbeitsvermittlerin des Jobcenters Cottbus. Der mutmaßliche Täter muss sich wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung vor dem Richter verantworten.

Die Tat ereignete sich am 28. Juni, einem Freitag. Der damals 38 Jahre alte Cottbuser erschien ohne Termin im Jobcenter an der Cottbuser Bahnhofstraße. Eine Mitarbeiterin kümmerte sich in ihrem Büro um das Anliegen des Mannes. Das Gespräch artete allerdings in Streit aus. In dessen Verlauf der Mann laut Polizei unvermittelt ein Messer zog und auf die Frau einstach. Diesen Angriff soll sie abgewehrt haben. Danach versuchte der Mann, die Frau zu erwürgen.

Cottbus

Kollegin eilt mit Kunden zur Hilfe

Eine Kollegin in einem Nachbarbüro bemerkte die Notlage. Sie eilte zur Hilfe, begleitet von einem Kunden mit Migrationshintergrund. Den Schilderungen zufolge hat der Kunde wesentlich geholfen, den Mann zu überwältigen und zu fixieren. Der Sicherheitsdienst konnte den Täter schließlich so lange festhalten, bis die Polizei eintraf. Nach dem Messerangriff kamen beide Frauen zur Behandlung ins Krankenhaus – die eine mit Schnittwunden, die andere mit einem Schock.

Rauer Ton und aggressives Verhalten

Die Mitarbeiter des Jobcenters sind einen rauen Umgangston gewohnt, bestätigt auch die Geschäftsleitung. Die Mitarbeiter seien deshalb in Deeskalation geschult. Aggressives Verhalten der Kunden nehme jedoch immer mehr zu. Aus diesem Grund gibt es im Jobcenter einen hausinternen Sicherheitsdienst und einen Notruf. Der Messer-Angriff bedeutete aber auch für das Jobcenter Cottbus eine neue Stufe der Gewalt.

Nach dem verhängnisvollen Tag im Juni wurde der Sicherheitsdienst weiter verstärkt. Im Kundenbereich wurden Hinweise angebracht, die darüber aufklären, dass das Mitführen von Waffen nicht toleriert wird. Der Zugang zum Gebäude ist darüber hinaus für Kunden nur noch über den Haupteingang möglich.

Die Hauptverhandlung um die Tat wird sich voraussichtlich bis in den Januar hineinziehen.