Das Ochsengespann mit dem Teufel hinter dem Pflug lockt Touristen wie Einheimische hinauf auf den Aussichtshügel inmitten der Dissener Spreeauenlandschaft. Doch das, was sie dort dann vorfinden, erfüllt seit Monaten nicht mehr deren Erwartungen. Ein Teufel mit nur einem Horn, die Ochsen ohne Schwänze – und noch einiges mehr haben Vandalen und Witterung dem Werk des Cottbuser Holzkünstlers Hans-Georg Wagner angetan.

Bereits im Oktober des vorigen Jahres hatte die RUNDSCHAU auf den traurigen Zustand des Ochsengespanns aufmerksam gemacht. Seitdem hat sich nichts getan. Das bedauert auch Fred Kaiser, Bürgermeister von Dissen und Chef des Naturkundevereins Spreeaue. Im Vereinsdomizil werden die einst von Künstlerhand geschaffenen und nun abgeschlagenen Teile der Skulptur aufbewahrt. Es sind nicht wenige. Sie harren darauf, wieder ihren alten Platz einzunehmen.

Zuständig für das im Jahr 2012 eingeweihte Kunstwerk ist die Leag. Sie geht von Vandalismus aus und hatte seinerzeit Anzeige gegen Unbekannt gestellt. Die Chance, den oder die Übeltäter jemals zu finden, ist jedoch gering.

„Uns ist bewusst, dass die Kosten für die Instandsetzung die Möglichkeiten des Naturkundevereins Dissen übersteigen. Daher haben wir dem Verein ein letztes Mal unsere Hilfe zugesichert. Damit wollen wir den Verein und den Ort Dissen bei ihrer diesjährigen Teilnahme an dem deutschlandweiten Wettbewerb ,Unser Dorf hat Zukunft’ unterstützen“, heißt es auf Nachfrage von der Leag.

Und das Unternehmen stellt klar: „Wir bedauern sehr, dass die Teufelsskulptur in der von unserem Unternehmen renaturierten Spreeaue bei Dissen in den letzten Jahren wiederholt beschädigt worden ist. Leider sind die Schäden in diesem Jahr besonders gravierend. Sollte die Skulptur erneut Opfer von Vandalismus werden, sehen wir uns gezwungen, sie abzubauen.“

Um ein Besteigen der Figuren künftig zu verhindern, wolle man auch einen entsprechenden Wetterschutz auftragen. „Wir überlegen derzeit, wie wir das Ochsengespann künftig noch besser schützen können“, betont Fred Kaiser, denn dem Verein liege sehr viel an dem Erhalt dieses Wahrzeichens in der Spreeaue.

Apropos Spreeaue: Gibt es schon seit 2013 keine Tarpane, die Wildpferde, mehr, so werden Touristen auch vergeblich nach den auf Hinweisschildern angekündigten Wasserbüffeln Ausschau halten. „Die Haltung der fünf Wasserbüffel in der Spreeaue hat sich nicht bewährt“, sagt Wolfram Hotzler, Geschäftsführer der Aueroxenreservat Spreeaue GmbH. Sie befänden sich seit dem vorigen Jahr im nördlichen Brandenburg. Die Herde von 50 imposanten Aueroxen ist jedoch weiterhin auf den Weiden der Spreeaue zu sehen.

Fred Kaiser kündigte an, dass man bei der Werbung für die Spreeauenlandschaft diese Veränderungen berücksichtigen wolle.

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