David Lehmann gehört mit Anfang 30 noch zu dem, was man in der Malerei „jung“ und „wild“ nennen kann. Den Namen des Cottbusers kennen Kunstfreunde – und -Käufer – inzwischen in ganz Deutschland. Spätestens seit einer Gemeinschaftsschau der 50 besten deutschen Nachwuchsmaler war, gilt sein Werk etwas auf dem Kunstmarkt. Ab sofort haben auch Hamburger die Chance, sich mit seinen provokant politischen, farbenfroh erotischen Bildern auseinanderzusetzen.

In den Deichtorhallen, einem der größten Ausstellungshäuser für zeitgenössische Kunst in Europa, wird noch bis zum 17. Mai eine Art „Best of“ der „Jetzt!“-Schau gezeigt. David Lehmann ist mit drei Bildern vertreten. Neben dem älteren „Waste Land“ und dem Ölbild „Borderline“ wird auch das Tryptichon „Halbzeit“ in Hamburg gezeigt.

„Ganz passend, nach den Ereignissen von Thüringen“, sagt Lehmann. „Halbzeit“ zeigt neben einer brennenden Branitzer Pyramide und einem ratlosen Pückler eben auch einen AfD-Hitler am Grill und eine Herrscherin ohne Identität.

Cottbuser Künstler stellt in Hamburg und Köln aus

Kunst und Politik gehören für Lehmann zusammen, es geht für ihn darum, Haltung zu zeigen und Verantwortung anzumahnen. „Wo kommen wir hin, wenn es an Führungspersönlichkeiten fehlt? Wenn in Parlamenten nur noch Menschen sitzen, die vom richtigen Leben nichts mehr wissen, weil sie noch nie gearbeitet haben?“

In Lehmanns Atelier liegt der Katalog zur „Jetzt!“-Ausstellung. Ein beeindruckender Einblick in die deutsche Gegenwartskunst. Lehmann mittendrin. Zwei Galerien in Hamburg stellen ihn aus, in Köln ist für den Herbst eine größere Schau geplant. Es läuft gut für den Maler aus Cottbus.