(hil) Vor gut einem Jahr hat Brandenburgs AfD das Piccolo Theater Cottbus ins Visier genommen und damit bundesweit für Empörung gesorgt. In einer Kleinen Anfrage hatte sich Landtagsfraktionschef Andreas Kalbitz nach den Gründen für eine Förderung der Spielstätte erkundigt. Dabei hatte sich Kalbitz explizit auf die preisgekrönte Produktion „KRG.“ bezogen, die vor Gefahren des Faschismus warnt.

So erkundigte sich Kalbitz damals, „wie viele Stücke mit dezidiert aktuellem gesellschaftlichen und oder politischem Bezug ähnlich dem Theaterstück ,KRG.‘ in dieser Legislaturperiode im Piccolo aufgeführt“ wurden. Nach seinen Aussagen wollte die AfD-Fraktion herausfinden, was genau mit den Fördermillionen geschieht, die die Landesregierung in die Kultur investiert.

Das Stück, das der AfD ein Dorn im Auge war, wurde vom Jugendclub des Piccolo Theaters inszeniert. Darin wird eine Situation skizziert, in der faschistische Diktaturen die Macht übernommen haben. Oppositionelle suchen ihr Heil in der Flucht in den Nahen Osten. Vom Bund Deutscher Amateurtheater wurde die Produktion mit einem Sonderpreis für „Demokratietheater“ ausgezeichnet.

Theaterchef Reinhard Drogla lud daraufhin alle Mitglieder des Landtages, auch die der AfD, in sein Theater ein. Die Einladung wurde weitgehend ignoriert.

Dass der Vorstoß von Kalbitz keine Eintagsfliege, sondern vielmehr Teil einer bundesweit angelegten Strategie ist, zeigte sich auch bei einem Besuch des thüringischen AfD-Chefs Björn Höcke in Cottbus. Dabei kündigte er an, im Falle eines Wahlsieges sämtliche Gelder für Projekte zu streichen, die sich gegen Rechtsextremismus wenden.