Das Sielower Waldkonzept aus dem Jahr 2001 soll geändert werden. Einen entsprechenden Antrag hat der Ortsbeirat jetzt gestellt. „Wir haben dazu eine ganz klare Meinung“, betont der Vorsitzende Bernd Rosumeck. Eine einreihige, straßenbegleitende Bebauung von Waldgebieten soll künftig unterstützt werden, allerdings nur, wenn das auch die vorhandene Infrastruktur zulässt. „Alles andere wäre unsinnig“, sagt er.
Voraussetzung dafür ist jedoch, dass auch die Cottbuser Stadtverordneten der Änderung des Waldkonzeptes zustimmen. Das Konzept hatten sie auf Bitte der Sielower, die sich vom Bauboom vor 20 Jahren unter Druck gesetzt gefühlt haben, beschlossen. Vor Bebauung geschützt wurde ein 1,5 Hektar großer innerörtlicher Waldbereich zwischen Cottbuser Straße, Grenzstraße, Eschen- und Skadower Weg.

Sielower Ortsbeirat möchte das Waldkonzept ändern

Das Thema ist hochbrisant. Die aktuellen Mitglieder des Sielower Ortsbeirates sprechen sich dafür aus, die damals getroffenen Entscheidungen zu überdenken und den heutigen Bedingungen anzupassen. Ehemalige Ortsvorsteher, die am Waldkonzept seinerzeit mitgearbeitet hatten, plädieren hingegen für die Beibehaltung der Regelungen, um den Wald zu schützen.
Das Interesse ist groß: Sechs Bauanträge gab es nach Angaben der Stadtverwaltung in den vergangenen zwei Jahren. Alle wurden bisher abgelehnt, eins befindet sich im Klageverfahren. Auch aktuell gibt es einen Bauantrag für vier Wohngrundstücke am Sielower Waldweg. Der könnte, wenn das Waldkonzept nach den Vorstellungen des Ortsbeirates abgeändert wird, tatsächlich genehmigt werden.
Ob die Stadtverordneten dem Änderungsantrag zustimmen, ist offen. Dietmar Schulz (CDU) warnte davor, die „Büchse der Pandorra zu öffnen“. Auch in anderen Ortsteilen wie Gallinchen gebe es Waldflächen. Eine Aufweichung für den Sielower Wald könne zu weiteren Begehrlichkeiten anderenorts führen, begründet er.