Klima in Cottbus
: Neue Bäume aus dem Branitzer Park müssen Hitzeschlacht gewinnen

Die Baumuniversität der Pückler-Stiftung arbeitet am Hitzeschild der Stadt Cottbus und der Lausitz. So geht es voran.
Von
Kathleen Weser
Cottbus
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Das Gartenfestival Park & Schloss Branitz lockte am Wochenende Tausende Besucher in den Branitzer Park. Erstmals gab es Führungen durch die Baumuniversität. Zu den Höhepunkten gehörte der Blumensteckwettbewerb unter Schirmherrschaft von Elke Gräfin von Pückler.

Gartenfestival Park & Schloss Branitz „Pückler und die wilde Mark“ 2019.Das Gartenfestival Park & Schloss Branitz lockte am Wochenende Tausende Besucher in den Branitzer Park. Erstmals gab es Führungen durch die Baumuniversität Zu den Höhepunkten gehörte der Blumensteckwettbewerb unter Schirmherrschaft von Elke Gräfin von Pückler. Das Festival stand unter dem Motto „Pückler und die wilde Mark“. Der Fürst selbst ließ in seinem Park viele regional bewährte Arten pflanzen. In der Baumuniversität werden genetisch identische Bäume nach historischem Vorbild verschult und später als Ergänzung oder Ersatz im Park gepflanzt. Die Gärtner der Stiftung ermöglichten bei ihren Führungen Einblicke in ihre Arbeit. Zum Unterhaltungsprogramm gehörten kulinarische Schauvorführungen unter anderem mit dem Luckauer Konditor René Klinkmüller. Fernsehgärtner Hellmuth Henneberg plauderte über seine Gartenerfahrungen vor und hinter der Kamera In Fachvorträgen vermittelten Experten Spezialwissen zu Pflanzung und Pflege von Stauden, Rosen oder Kakteen. Kinder konnten basteln, klettern und sich an geführten Spaziergängen beteiligen.

Die Baumuniversität im Branitzer Park. Hier werden genetisch identische Bäume nach historischem Vorbild verschult und später als Ergänzung oder Ersatz im Park gepflanzt. Die Gärtner der Stiftung ermöglichten bei Führungen gern Einblicke in die Arbeit.

Michael Helbig

Die neue Baumuniversität im Branitzer Park sorgt für ein prima Stadtklima. Im doppelten Sinn. Die Lausitzer Erde bekommt wieder Luft zum Atmen und unverzichtbare neue Bäume, die die Großstadt bei zunehmenden Hitzeperioden wirksam abkühlen sollen.

Dafür ist die ehemalige Gärtnerei im Außenpark der Branitzer Parklandschaft in Cottbus jetzt fast komplett zurückgebaut worden. Etwa 127.000 Quadratmeter groß ist das Areal, das bislang auf einer  Fläche von 36.400 Quadratmetern vom Beton befreit worden ist. Weitere 6.300 Quadratmeter werden noch entsiegelt. Das bestätigt Catrin Winn-Janetz, Sprecherin der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz.

Die Neue Branitzer Baumuniversität leistet damit auf eigenem Terrain einen Beitrag für die Grünbilanz der Stadt Cottbus. Denn unversiegelte Böden zur Versickerung von Wasser und Grünflächen zur Kühlung haben klimaregulierende Effekte, die gebraucht werden. Das beweist neben den praktisch schwitzenden Menschen auch der ersten Hitze-Check der Städte Deutschlands der Deutsche Umwelthilfe (DUH). Flächenversiegelung und Grünausstattung in 190 deutschen Städten sind betrachtet worden.

Die Stadt Cottbus hat insgesamt mit einer Grünen Karte abgeschnitten. Als größte Grünanlage im Stadtgebiet sorgt die Branitzer Parklandschaft mit dem Branitzer Park, dem Vorpark, dem Spreeauenpark, dem Tierpark und dem Außenpark auf knapp 3,2 Quadratkilometern Flächen viel für eine reinere Luft, Kühlung und CO2-Speicherung in Cottbus. Die Parklandschaft nimmt gemessen am gesamten Stadtgebiet 1,95 Prozent der Fläche ein.

So wächst die Baumuniversität im Branitzer Park weiter

Auf ersten Arealen des entsiegelten Geländes der Neuen Branitzer Baumuniversität werden schon klimaresiliente Bäume gezogen. Die zukunftsorientierte Gehölzvermehrung wird auch immer wichtiger, um historische Gärten und Kulturlandschaften im Klimawandel zu bewahren. „Der bei den Abbrucharbeiten anfallende Gehölzschnitt ist  verwendet worden, um Benjeshecken anzulegen“, sagt Catrin Winn-Janetz. Sie bieten Vögeln, Igeln und Insekten guten Unterschlupf und entwickeln sich durch Aufwuchs von Bäumen und Sträuchern im Laufe der Zeit von selbst zu Windschutzhecken.

Bis Anfang September 2024 sollen die letzten Rückbauarbeiten beendet werden. Agroforstflächen, Wiesen- und Biolandwirtschaft sind mittelfristig geplant. Im Frühjahr 2025 werden die Bauarbeiten für ein multifunktionales Forschungsgewächshaus und eine Technikhalle auf dem Gelände beginnen. Hierfür werden Bestandbauten nachgenutzt, modernisiert und umgebaut. Dafür stellt das Bundesbauministerium auch Fördergeld aus dem Topf zur Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel bereit.