Mit der 30. Auflage will die Cottbuser Frauenwoche in diesem Jahr einen Rückblick auf die Gleichberechtigung in der DDR und in der Zeit nach der Wende wagen. Die Erwerbstätigenquote von 92 Prozent bei Frauen im Jahr 1989 ist ein nie wieder erreichter Spitzenwert, wie Sabine Hiekel, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Cottbus, betont. Allerdings sei die Gleichberechtigung auch in der DDR nicht vollständig umgesetzt worden, wie sie berichtet. „1989 gab es nur eine weibliche Ministerin, nämlich Margot Honecker“, begründet sie.

Im Gegensatz dazu sind in der heutigen Brandenburger Landesregierung sechs von insgesamt zehn Ministerposten mit Frauen besetzt. Eine gute Quote, wie sie findet. Große Hoffnung setzt sie in das neue Paritätsgesetz, das zur nächsten Landtagswahl gelten soll. Dann muss die Hälfte der Listenplätze an Frauen und die andere Hälfte an Männer vergeben werden. Brandenburg ist bislang das einzige Bundesland mit einer solchen Regelung.

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Cottbus

Zu den Höhepunkten der Frauenwoche gehört am 8. März das 30. Jubiläum des Frauenzentrums in Cottbus, das die Geschichte der Frauenbewegung in Cottbus und im Land Brandenburg mitgeschrieben hat. Bei der offiziellen Eröffnungsveranstaltung am 9. März werden Frauen zu Wort kommen, die die Wende miterlebt und gestaltet haben und ganz konkrete Zukunftserwartungen zur Gleichberechtigung haben.

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock wird am 14. März zum frauenpolitischen Brunch unter dem Thema „Klimagerechtigkeit braucht Geschlechtergerechtigkeit“ erwartet. Bei der BTU-Podiumsdiskussion „Frauen – Macht – Gründung! Gründerinnen gestern, heute, morgen“ am 17. März werden drei erfolgreiche Gründerinnen verschiedenen Alters von ihren Erfahrungen berichten.