Von Ingrid Hoberg

Christian Lillinger gehört zu den vielbeschäftigten Musikern der Berliner Jazz-Szene und der Neuen Improvisationsmusik – als Komponist, Schlagzeuger, Bandleader und Sideman in den verschiedensten Formationen. Immer wieder ist er mit seinen Projekten auch in Cottbus zu erleben – so am Montagabend mit dem Trio „punkt.vrt.plastik“.

Dazu gehören Bassist Petter Eldh, der dem Cottbuser Publikum ebenfalls kein Unbekannter ist, und Kaja Draksler. Jürgen Dulitz freute sich in seiner Ankündigung des Trios, dass es nach mehr als einem Jahr Bemühen gelungen sei, mit dieser Formation die junge, slowenische Jazz-Pianistin Kaja Draksler ins Haus zu holen.

Das Trio stellt in einem Set vor, wie es mit den Kompositionen umgeht, die die drei Musiker beigesteuert haben. „Das entscheiden wir frei“, sagt Christian Lillinger. Es seien verschiedene Strukturen, die benutzt werden „und am Ende kommt Musik raus“. Was sich so einfach anhört, ist das Ergebnis einer frei laufenden Kreativität und der intensiven, konzentrierten Arbeit miteinander. Es ist ein Eingehen und Zuhören auf höchster musikalischer Ebene. Auf der CD „Punkt.Vrt.Plastik“, die aktuell beim Schweizer Label Intakt Records erschienen ist, kann das nachgehört werden. Es sind drei Musiker mit drei Beats – na ja, bei Lillinger sind es natürlich ein paar mehr. „Ich spiele ziemlich viele Noten“, sagt er in einem Interview.  Auch diesmal zieht er die Zuhörer wieder mit seinem treibenden Spiel und ständig wechselnden Rhythmen in den Bann. Eldh und Draklser halten mit. Es sind einige Musiker-Kollegen unter den Besuchern, die sich dieses Hör-Fest nicht entgehen lassen.

Nach solch einem spannenden Auftakt zur Herbst-Jazzkonzertsaison verweist Jürgen Dulitz auf den nächsten Termin im Glad-House. Am Montag, dem 25. November, (Beginn: 20 Uhr) wird das Stefan Schultze Large Ensemble erwartet – eine weitere Eigenproduktion des Glad-Houses.

Im nächsten Jahr soll dann die Kooperation mit der Jazzwerkstatt ausgebaut werden. Unter dem Label Jazzland Brandenburg werden gemeinsam Konzerte stattfinden – „wenn es klappt und Fördermittel zur Verfügung stehen“, wie Jürgen Dulitz weiter erklärt.

Die Jazzwerkstatt war bereits am 3. Oktober  mit Joe Sachse, dem „Hexenmeister der E-Gitarre“, im Cottbuser Obenkino zu Gast. Ulli Blobel stellte den 45-minütigen Film „Peitz – Woodstock am Karpfenteich“ vor, der nun auch als DVD vorliegt.

„Der Film ist ein Zwischenbericht“, sagte er. So werde die Zeit überbrückt, ehe Teil 2 des Buchs „Woodstock am Karpfenteich“ erscheinen soll. „Das Leben ist bunter, vielschichtiger geworden – es steckt viel Arbeit in diesem Projekt“, erklärte der Kurator der Jazzwerkstatt. Und er kündigte für das Wochenende vom 24. bis 26. April nächsten Jahres Aktionstage an als eine „Antwort mit der Kunst“ auf das Bild, das von Peitz mit einer Wahlkampfveranstaltung der AfD vor der Landtagswahl entstanden war – auf dem Platz am Festungsturm. Dort wird im Juni zum Sommeranfang das Festival der Jazzwerkstatt Peitz stattfinden. „Es wird so gut werden, wie es niemals war“, kündigt Ulli Blobel schon voller Vorfreude an.