Schulkinder aus Flüchtlingsfamilien sind in der Coronakrise besonders stark benachteiligt. Das räumt Stefanie Kaygusuz-Schurmann, Fachbereichsleiterin Integration im Cottbuser Rathaus, auf der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses ein. Die Gründe: Ihnen können die Eltern kaum helfen und es fehlt die notwendige Technik für das digitale Lernen zu Hause.

Die Bundesregierung hat zwar ein Hilfspaket geschnürt und will bedürftigen Schülern aus sozial schwachen Familien einen Zuschuss in Höhe von 150 Euro für die Technik zahlen. Doch noch sei unklar, wie das Geld überhaupt ausgeteilt werden soll, sagt Kaygusuz-Schurmann. Experten kritisieren, dass die Höhe des Zuschusses kaum ausreichend sei.

Aktuell werden die nötigen Arbeitsblätter und Schulunterlagen bei den Trägern der Integrationsprojekte ausgedruckt. Allerdings sei das Material nicht in den Sachkosten enthalten, so Kaygusuz-Schurmann. Einige der Einrichtungen bieten auch Nachhilfe und Homeschooling für Schüler mit Migrationshintergrund an.

Beratungsbedarf in Cottbuser Gemeinschaftsunterkünften ist deutlich gestiegen

Seit Ausbruch der Coronakrise ist die Nachfrage nach Beratung vor allem in den Gemeinschaftsunterkünften für Flüchtlinge stark angestiegen. Um 80 Prozent, wie die Fachbereichsleiterin betont. Groß sei der Wunsch nach persönlichen Gesprächen, weil am Telefon kein Übersetzer bei Verständigungsproblemen helfen kann.

Viele Träger und Initiativen reagieren sehr flexibel und passen ihre Angebote den Bedürfnissen an. So gibt es beispielsweise Einkaufs- und Nachbarschaftshilfe für Flüchtlinge oder Quasselstunden für Kinder mit Migrationshintergrund.