Auf Peitzer Wiesen soll es mehr summen: Um dem Insektensterben entgegenzuwirken, will Peitz schon in diesem Jahr zur „Bienenfreundlichen Stadt“ werden. Ob und wie man den Insekten helfen kann, darüber diskutierte nun der Bau- und Umweltausschuss.

„Was können wir in der Zukunft ändern, um mehr Insekten und Bienen zu fördern?“, stellte der Ausschussvorsitzende Hendrik Schulz (FDP) die Frage des Abends.

Varroamilbe und Landwirtschaft machen Bienen zu schaffen

„Eigentlich geht es den Bienen in Brandenburg gut. Die Pflanzen stehen hier in Saft und Kraft, weil das Grundwasser hier hoch steht und es durch die Truppenübungsplätze viel Heide gibt“, erklärt Karl-Heinz Morstein vom Peitzer Imkerverein und betont, dass die Honigbiene nicht vom Aussterben bedroht ist. Etwa 4000 Imker mit 45 000 Bienenvölkern gebe es in Brandenburg. 35 Kilogramm Honig könnten pro Volk im Jahr geerntet werden. Auch wenn die Zahlen gut klingen, sprechen der NABU und andere Umweltverbände vom Bienensterben.

Möglichkeiten, den kleinen Tierchen zu helfen, gibt es tatsächlich und sollen nun auch in Peitz in die Wege geleitet werden. „Insektenfreundliche Gehölze pflanzen, weniger mähen und vor allem im Frühling für Nektar und Pollen sorgen“, zählt er auf. So wären Bienen auch weniger anfällig für die Varroamilbe, die seiner Meinung nach eine größere Bedrohung für die Insekten darstellt als die Landwirtschaft.

Streitfrage: Wie oft soll gemäht werden?

Ein weiteres Problem: häufiges Mähen. „Ein sauberer Rasen ist mit Beton vergleichbar“, macht Morstein deutlich. Weißklee, Witwenblumen und Löwenzahn auf öffentlichen Flächen und im heimischen Garten stehen zu lassen, sei eine einfache Möglichkeit, den Bienen entgegenzukommen.

„Das Problem ist, dass es die einen gibt, die sagen, dass wir zu oft mähen. Und dann kommen die anderen, die sich beschweren, wenn wir nicht mähen“, sagt Hendrik Schulz. Dabei müsse die Stadt nicht immer „picobello“ aussehen. „In den letzten Jahren ist der Fokus zu sehr auf Schönheit gelegt worden und nicht auf Wirtschaftlichkeit und Nutzen“, mahnt auch der Peitzer Bürgermeister Jörg Krakow an.

Vor allem die Idee, wenigstens einen etwa fünf Meter breiten Streifen auf öffentlichen Grünflächen nicht zu mähen, stößt beim Bauamt indes auf offene Ohren. Weitere Gespräche mit Peitzer Imkern sollen in den kommenden Wochen geführt werden, um erste Ideen schon in diesem Jahr umzusetzen.