Von Nils Ohl

Vom kompletten Neubau des Reha-Vita „Gesundheitszentrum Ostrow“ bis zum liebevoll restaurierten historischen Kleinod  „Japanischer Pavillon“ konnten die Teilnehmer bei der inzwischen 16. Modellstadterkundung in sechs Stationen beispielhaft informieren, wie die Sanierung der Cottbuser Innenstadt vorankommt.

Am Startpunkt gab es im  Gesundheitszentrum Ostrow, das am 1. Juli den Betrieb aufnimmt, schon einmal einen ausführlichen Blick hinter die Kulissen – mit Küchenstudio, Gymnastik- und Schulungsräumen und vielem mehr. „Hier entsteht die bundesweit zweite Einrichtung für ambulante Kinder- und Jugendtherapie“, erklärte Christian Seifert, Geschäftsführer der Reha Vita. Sein  Unternehmern hat hierfür 4,2 Millionen Euro investiert – ohne einen Euro Fördermittel. Neben den rund 30 Mitarbeitern der Reha Vita selbst werden auch externe Praxen, wie Kinderärzte und Hebammen, hier einziehen

Hohe Bedeutung privater Investoren

Beim Start der Runde betonte Egbert Thiele, Bereichsleiter Stadtentwicklung der Stadt Cottbus, die Bedeutung der privaten Investoren. Im Rahmen des „Modellstadt Cottbus“-Programms  seien seit 1992 insgesamt 87 Millionen Euro öffentliche Gelder in der Innenstadt investiert worden, davon rund ein Drittel von der Stadt. Durch diese Maßnahmen angeregt, hätten  private Investoren noch einmal das Sechs- bis Achtfache investiert. Christian Seifert hob hervor, dass mit der Sanierung des Ostrower Platzes, der zweiten Station des Rundgangs, ein angemessenes Umfeld für das neue Reha-Vita-Gesundheitszentrum entstanden ist.

Regen schlug zu

Vom Ostrower Platz zog das noch sehr zahlreiche Publikum an den Ostrower Steg. Dieser, die erste Stahlbetonbrücke von Cottbus aus dem Jahr 1925, wurde für 400 000 Euro saniert. Eine originelle Stand-up-Paddel-Show auf dem Mühlgraben fiel dann buchstäblich ins Wasser – ein gewaltiger Regenguss schlug zu.

Etwas später sammelten sich die durchnässten Unentwegten wieder vor dem Wendischen Museum, der vierten Station. „Es ist immer interessant, etwas neu erklärt zu bekommen Wir hoffen nur, das es jetzt nicht noch einmal so pladdert“, erklärt Gabriele Giersberg ihre Motivation. Das denkmalgeschützte Gebäude des seit 2016 geschlossenen Wendischen Museums wird mit Fördermitteln saniert. Bald sollen hier neue, moderne Ausstellungen – auf Niedersorbisch und Deutsch – wieder Besucher anziehen.

Die fünfte Station, das Wohnensemble „P30“ in der Petersilienstraße, ist ein ganz anderes Projekt. Hier entstehen 29 Wohnungen für einen Mix von Jung und Alt in bester Stadtlage. Wie Steffen Raum, Geschäftsführer der Isahr-Immobilien, sagt, sollen in das acht Millionen Euro teure Projekt im September die ersten Mieter einziehen.

Japanischer Pavillon mit neuer Infotafel

Der Japanische Pavillon, die letzte Station der Runde, wird seit April restauriert. Holger Kretzschmar vom Altstadtverein hofft, dass dieses Kleinod nun möglichst lange vor Vandalismus verschont bleibt. Der Cottbuser Postkutscher Ronne Noack unterstrich, dass sich die Stadtführer seit Langem für einen „graffitifreien“ Pavillon als Ausgangspunkt ihrer Touren einsetzen. Damit alle die Bedeutung des Pavillons verstehen, wurde – angeschraubt an einem 750 Kilogramm schweren Granitblock – eine Infotafel eingeweiht.

Offen ist, ob es die Modellstadterkundung in dieser Form weiter geben wird. Das Programm „Modellstadt Cottbus“ läuft in diesem Jahr aus, wie Egbert Thiele bestätigt. Der größte Teil der einst 125 Hektar umfassenden Sanierungsfläche ist bereits 2017 aus dem Verfahren genommen worden. Künftig sollen andere Fördertöpfe herangezogen werden.

Bildergalerie 16. Modellstadterkundung in Cottbus.Startpunkt war das sich kurz vor der Eröffnung befindliche „Gesundheitszentrum Ostrow” am Ostrower Platz 18, das zur Reha Vita gehört. Geschäftsführer Christian Seifert berichtet über die Entstehungsgeschichte und die Perspektiven des neuen Gesundheitszentrums.