Klaus Schirmer wohnt in der Branitzer Siedlung. Will er in die Stadt, muss er mit seinem Auto über die Kreuzung von Gustav-Hermann-Straße und Stadtring fahren. Das war bislang nie der Rede wert. Doch seit einigen Tagen steigt sein Ärger-Pegel genau an der Kreuzung immer wieder an. Der Grund: Eine neue Ampelschaltung bremst die Autofahrer aus.

Rückstau in Stoßzeiten sorgt in Cottbus für Unmut

Er beklagt: „Für Ottonormalverbraucher erschließt sich nicht, warum eine seit Jahren bestens bewährte Schaltung, die einen überaus flüssigen Verkehr garantierte, so umfunktioniert wurde, dass es zu den Hauptverkehrszeiten zum Rückstau bis Abzweig Tierpark / Siedlung kommt.“
In den Stoßzeiten schaffen es seinen Schilderungen zufolge höchstens vier Fahrzeuge nach links in Richtung Bahnhof abzubiegen. „Und das Verrückte: In beruhigten Zeiten ist die Phase so lang, dass etwa acht bis zehn Fahrzeuge die Kreuzung passieren können – genau wie in der alten Schaltung ständig“, ergänzt er. Der Cottbuser fragt sich, was das alles soll.

Neue Steuertechnik sorgt für Ampelärger in Cottbus

Tatsächlich steckt eine Reparatur dahinter, wie eine Anfrage im Rathaus offenbart. Demnach ist die veraltete Steuertechnik der Ampel aus dem Jahr 1995 erneuert worden. Das ursprüngliche Gerät konnte nicht ersetzt werden. Stadtsprecher Jan Gloßmann erklärt: „Mit dem Wechsel des Steuergerätes wurde auch die Planung überarbeitet und auf den Stand der aktuellen Anforderungen und Richtlinien gebracht.“
Dabei seien auch das Unfallgeschehen an der Kreuzung und weitere Erfahrungen eingeflossen. „Dazu zählt zum Beispiel die Koordination der Anlage mit der Ampel am Parkplatzdreieck, sodass bei Veranstaltungen der Abfluss vom Parkplatz besser gewährleistet werden kann.“
Die neue Steuerung beinhalte größere Programmvielfalt. Nur haben die Cottbuser im Moment noch nichts davon. Denn erst wenn die Ampel an den Verkehrsrechner angeschlossen ist, können die Programme je nach Bedarf arbeiten, „sodass in Hauptverkehrszeiten auch Programme mit längeren Grünzeiten aus der Gustav-Hermann-Straße gewählt werden können“, wie Stadtsprecher Gloßmann erklärt.

Cottbuser Ampelärger wird noch bis zum Spätsommer andauern

Heißt also: Die Ampel muss so schnell wie möglich an die Verkehrssteuerung der Stadt angeschlossen werden. Das wird aber dauern. Zunächst müsse ein Kabelschaden behoben werden. „Wir rechnen damit, dass alle Arbeiten einschließlich der Optimierung der Ampel bis spätestens zum vierten Quartal abgeschlossen werden können“, sagt der Stadtsprecher.
Klaus Schirmer muss sich wohl also für die nächsten Monate gezwungenermaßen in Ruhe üben – zumindest an der Kreuzung von Hermannstraße und Stadtring.