Meinen drei Schülerinnen reicht es langsam. Nach fünf Wochen Homeschooling haben sie alles schon gehabt. Das zweite Paket Aufgaben ist erledigt. Das Buch für den Deutschunterricht ist durchgelesen, die Gedichte für Englisch sind auswendig gelernt. Die Dialoge „In the restaurant“ und „Shopping“ sind allesamt rauf und runter gespielt worden. Alle Folgen „Willi will’s wissen“ sind schon gelaufen, die Sendung mit der Maus holt sie nicht mehr hinterm Ofen vor. Was nun? Ich schaue in lange Kindergesichter und weiß, ich bin an einem heiklen Punkt in meiner Homeschooler-Karriere angekommen: Den Mädchen ist langweilig.

Die Viertklässlerinnen stellen hohe Ansprüche. Der Unterricht muss Spaß machen, aufregend sein und immer Neues bieten. Am Anfang lief das super. Es war ja alles neu. Inzwischen ist die kindliche Begeisterung auf Mittelmaß angelangt. Manchmal heißt es nur noch: „Wie langweilig!“ Ich gebe mich dann unbeeindruckt. Langeweile muss auch mal ausgehalten werden können, sage ich ihnen. Wir sind schließlich nicht zum Spaß hier! Meine Schülerinnen überzeugt das wenig. Sie fordern immer neuen Nervenkitzel.

Ich lerne: Bildung ist dann am besten, wenn sie Lust auf mehr macht. Die Coronakrise offenbart nun, was Bildung alles sein kann. Wo der Unterricht die Klassenräume verlässt, brechen sich neue Lernformate Bahn.

Mathe in der Homeschool: Bankrechnen mit Online-Hilfe

Viele Eltern merken gerade, dass Lernen mehr ist als nur die Aufgaben durcharbeiten, die die Lehrerin aufgeschrieben hat. Lange war Schule einfach daran orientiert, abfragbares und prüfbares Wissen bereitzustellen, das von den Schülern zu lernen ist. Spannend wird das Lernen aber erst so richtig, wenn es die vorgegebenen Bahnen verlässt.

Mit der richtigen Anleitung können Eltern und Schüler einen eigenen Unterricht entwickeln. Meine Homeschool orientiert sich nur locker an den Lernzielen, die die Lehrerin aufgeschrieben hat. Beispiel Sachunterricht, wo es heißt: „Du weißt, was Viren sind und wie sie übertragen werden.“ Ich ließ die Mädchen selbständig im Internet recherchieren. Sie lernten dabei, wo sie gute Informationen bekommen und gezielt Antworten auf die gestellten Fragen finden. Da verflog die Langeweile schnell.

Manchmal helfen auch Klassiker wie das Bankrechnen. Dafür liefern Online-Angebote wie www.schlaukopf.de Aufgaben und Lösungen in allen Schwierigkeitsgraden. Wir machten das auf dem Hof mit einem kreidegemalten Parcours. Dabei kam so viel Bewegung rein, dass das Lernziel in Sport auch noch erfüllt wurde: „Du trainierst deinen Körper und verbreitest gute Laune.“