Hitze in Cottbus
: Besucherrekord in der Klima-Kiste – was die Stadt erhofft

UPDATE 6.8.2025, 17:11 Uhr: Die Klima-Kiste in Cottbus, ein Raum voller Pflanzen in der City, stößt bei den Cottbusern auf Riesen-Interesse. Aber es gibt auch Ärger.
Von
Lisa Hör
Cottbus
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Stadtpromenade Klimakiste Einweihung : Klimakiste für die Stadtpromenade
In der Stadtpromenade am Carl-Blechen-Carré ist am Mittwoch eine Klimakiste aus Holz begonnen eingeweiht worden. Das temporäre Bauwerk mit einer Grundfläche von 35 Quadratmetern und einer Höhe 2,60 Meter soll ein Angebot an die Bevölkerung in den Sommermonaten sein und bei großer Hitze Schutz bieten. Das Bauwerk ist oben offen und verfügt über eine Bewässerung für die darin befindlichen Pflanzen. Der dabei entstehende Wassernebel sorgt durch die Verdunstung wiederum für Abkühlung im Inneren der Klimakiste.  Das niederschwellige Angebot im Rahmen der Klimaanpassung in großen Städten ist täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet und soll bis Ende September bei sommerlicher Hitze Schutz bieten.  Als wiederkehrendes Angebot soll die Kiste auch im kommenden Sommer wieder aufgestellt werden. Ein temporärer Standort dafür wird noch gesucht.

In der Stadtpromenade am Carl-Blechen-Carré ist eine Klima-Kiste aus Holz eingeweiht worden. Was bringt sie wirklich den Einwohnern und Touristen in Cottbus?

Michael Helbig
  • Cottbus eröffnet eine Klima-Kiste, die mit Pflanzen, Wasser und Schatten kühlt.
  • Ziel: Attraktivität der Innenstadt trotz Hitzewellen und Ideen für Klimaanpassung.
  • 35 m² große Holzinstallation senkt die Temperatur um bis zu 12 Grad.
  • Projekt durch Förderprogramm finanziert, bleibt bis September 2025 geöffnet.
  • Online-Umfrage zur Bewertung und Vorschlägen für Klimaanpassungsmaßnahmen gestartet.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Gerade erst war die Klima-Kiste in Cottbuser Innenstadt eröffnet worden, da kommen von dort bereits rekordverdächtige Zahlen. Der ganz besondere temporäre Raum an der Stadtpromenade hat nämlich ein außergewöhnlich großes Besucher-Interesse hervorgerufen. In den ersten vier Tagen wurden dort bereits 4.300 Besucher gezählt.

Gerade in den kommenden Sommertagen kann die neue Klima-Kiste an der Stadtpromenade eine willkommene Abkühlung bieten. Die begehbare Kiste aus Holzelementen war erst vor wenigen Tagen vor dem Blechen Carré aufgebaut worden. In der Kiste sollen Pflanzen, Wasser und Schatten für bis zu 12 Grad Celsius weniger im Vergleich zur heißen Außentemperatur sorgen.

Dieses Ergebnis basiert auf der Erfahrung der niedersächsischen Stadt Hameln, wo das Konzept vor zwei Jahren entstanden ist. „Wir haben gemessen, dass die Besucherzahlen in der Innenstadt an heißen Tagen um 25 Prozent sinken“, sagt Katrin Legandt, Projektmanagerin bei der Hameln Marketing und Tourismus GmbH.

Nach Hameln in Niedersachsen, und Geisenheim und Wiesbaden in Hessen, setzt nun auch Cottbus auf diese einfach zu installierende grüne Oase. Ziel ist, den Handel in der Innenstadt trotz der immer häufigeren und intensiveren Hitzewellen zu beleben. Aber man will mithilfe des Projekts auch Ideen für Klimaanpassungsmaßnahmen in Cottbus sammeln.

Stadtpromenade Klimakiste Einweihung : Klimakiste für die Stadtpromenade
In der Stadtpromenade am Carl-Blechen-Carré ist am Mittwoch eine Klimakiste aus Holz begonnen eingeweiht worden. Das temporäre Bauwerk mit einer Grundfläche von 35 Quadratmetern und einer Höhe 2,60 Meter soll ein Angebot an die Bevölkerung in den Sommermonaten sein und bei großer Hitze Schutz bieten. Das Bauwerk ist oben offen und verfügt über eine Bewässerung für die darin befindlichen Pflanzen. Der dabei entstehende Wassernebel sorgt durch die Verdunstung wiederum für Abkühlung im Inneren der Klimakiste.  Das niederschwellige Angebot im Rahmen der Klimaanpassung in großen Städten ist täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet und soll bis Ende September bei sommerlicher Hitze Schutz bieten.  Als wiederkehrendes Angebot soll die Kiste auch im kommenden Sommer wieder aufgestellt werden. Ein temporärer Standort dafür wird noch gesucht.

Die temporäre Klima-Kiste mit einer Grundfläche von 35 Quadratmetern und einer Höhe von 2,60 Metern soll ein Angebot an die Bevölkerung in Cottbus in den Sommermonaten sein und bei großer Hitze Schutz bieten.

Michael Helbig

Cottbus muss sich bereits heute an die Hitze anpassen

Die Stadt arbeitet an einem Klimaschutzkonzept, um die CO₂-Emissionen – das Haupttreibhausgas – zu reduzieren. Bis 2045 will Cottbus klimaneutral werden. Ursprünglich war geplant, das Konzept bereits im Mai 2024 vorzustellen. Es lässt jedoch auf sich warten. „Die Beschlussfassung ist für diesen September angedacht“, sagt Stefan Simonides-Noack vom Fachbereich Stadtentwicklung. Anschließend muss der Text noch von der Stadtversammlung verabschiedet werden.

Schmierereien – erste Zerstörung an der Klima-Kiste

Unbekannte haben die Box in der Nacht zum Mittwoch bereits beschmiert. Dabei war die Wand der Holzkonstruktion verunstaltet und beschädigt worden. Die Stadtverwaltung hat Anzeige erstattet und die Reinigung der Klima-Kiste veranlasst. Jetzt soll die Box rund um die Uhr unter besonderer Beobachtung stehen.

Es reicht aber nicht, die Treibhausgasemissionen zu sinken. Dass die Temperaturen durch den menschengemachten Klimawandel ständig steigen, ist in Cottbus schon stark zu spüren. Das Jahr 2024 war für die Lausitzer Hauptstadt ebenso wie global das heißeste seit Beginn der Aufzeichnungen. In Cottbus lag die Durchschnittstemperatur bei 12,01 Grad Celsius. Das sind 2,77 Grad Celsius mehr als in der Referenzperiode von 1961 bis 1990. Im Jahr 2024 gab es in Cottbus insgesamt 30 Hitzetage.

Deshalb muss sich Cottbus, wie alle anderen Städte in Deutschland auch, an das aktuelle und künftige Klima anpassen. Und hier kommt die Klima-Kiste ins Spiel. Zwar reicht sie nicht aus, um alle Bewohner überhitzter Wohnungen tagsüber zu entlasten. Aber sie soll, so Katrin Legandt, die die Idee entwickelt hat, Klimaanpassung erlebbar machen. Die Klima-Kiste kostet 92.000 Euro, wird aber in Cottbus zu 90 Prozent durch das Bundesförderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ finanziert.

Braucht Cottbus mehr Begrünung?

Den Temperaturunterschied im Sommer zwischen ihrem Garten in Kahren im Süden von Cottbus und der Innenstadt hat schon Elke Lukas (72) bemerkt. Trotzdem findet sie es gut, dass die Klima-Kiste im Zentrum nun das Thema auch noch stärker in den Fokus rückt. „Bei der Sanierung der Sprem wurde zu viel gepflastert. Es ist sehr bedauerlich, dass wir nicht wenigstens in der Mitte einen Grünstreifen schaffen konnten. Mit mehr Bäumen wäre die Stadt wesentlich angenehmer“, sagt sie.

Elke Lukas konnte bereits bei der Eröffnung der Klimakiste vor dem Blechen Carré erleben, wie viel frischer es darin ist.

Elke Lukas konnte bereits bei der Eröffnung der Klima-Kiste vor dem Blechen Carré in Cottbus erleben, wie viel frischer es darin ist.

Lisa Hör

Zwar sind in Cottbus im Vergleich mit anderen deutschen Städten relativ wenige Flächen versiegelt. Dennoch sind 30,4 Prozent aller Cottbuserinnen und Cottbuser überdurchschnittlich stark von Hitzebelastung betroffen, wie der Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zeigt. Daher empfiehlt die Umweltschutzorganisation eine noch stärkere Begrünung der Stadt.

Dass mit der Klima-Kiste jetzt mehr Aufmerksamkeit auf diese Bedürfnisse gelenkt wird, freut auch Lea Lindner (26). Ob in Cottbus genug für die Klimaanpassung gemacht wird? „Es sind viele Konzepte in Arbeit und man merkt, dass sich vieles ändert, aber die Umsetzung dauert ein bisschen“, sagt die Cottbuserin.

„In meiner Wohnung wird es im Sommer überhitzt“, sagt die Cottbuserin Lea Lindner. An heißen Tagen gehe sie an der Spree oder im Branitzer Park spazieren, um sich zu erfrischen.

„In meiner Wohnung wird es im Sommer zu heiß“, sagt die Cottbuserin Lea Lindner. An diesen Tagen gehe sie an der Spree oder im Branitzer Park spazieren, um sich zu erfrischen.

Lisa Hör

So lange bleibt die Klima-Kiste in der Stadtpromenade

Die Bürgerinnen und Bürger in Cottbus können nun über eine Online-Umfrage (auf der Website innenstadt-cottbus.de/klimakiste zu finden) die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Klimaanpassung bewerten und eigene Vorschläge einbringen. Die Klima-Kiste wird bis September 2025 täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet sein. In den kommenden Sommern soll das temporäre Bauwerk mit einer Grundfläche von 35 Quadratmetern an verschiedenen Orten der Stadt aufgestellt werden.

Und was ist mit den Pflanzen? In den kalten Monaten werden sie zur Patenschaft an immer wechselnde Kindereinrichtungen gegeben. Diese pflegen sie dann bis zum nächsten Aufstellen der Klima-Kiste.

So kühlen Pflanzen die Luft

Bäume kühlen die Luft nicht nur durch Verschattung, sondern auch durch das Verdunsten von Wasser über die Blätter. Tatsächlich regulieren Bäume ihre eigene Wärme, indem sie schwitzen. Deswegen sorgen Bäume in der Stadt für mehr Kühlung als Grünflächen, wie eine Studie der Universität ETH Zürich vom Jahr 2021 es berechnet hat. Bei städtischen Grünflächen mit Rasen oder Blumen sei der Kühleffekt zwei bis viermal geringer als bei Flächen mit Bäumen.