Es ist ein unwirklicher Anblick: Wie an einer Kette aufgereiht bewegen sich derzeit an klaren Abenden helle Lichtpunkte dicht hintereinander über den Himmel. Frank Matthiesen aus Mühlberg/Elster erzählt noch immer ganz verblüfft: „Da war eine Satellitenkette von 30 bis 40 Stück für zehn Minuten schnurgerade aufgereiht und immer gleichen Abstand am Abendhimmel zu sehen. So etwas habe ich noch nie erlebt. Das ist ganz mysteriös und für mich unerklärlich.“ Antwort darauf weiß der Chef des Cotbuser Raumflugplanetariums, Gerd Thiele und verblüfft damit zunächst. „Elon Musk“, sagt er.

„Der Amerikaner will nicht nur in Brandenburg Elektroautos bauen lassen, er will auch die ganze Welt mit schnellem Internet versorgen.“ Dafür seien viele Satelliten notwendig, die als Relaisstationen in der nahen Erdumlaufbahn kreisen sollen. „Und was bei den großen staatlichen Weltraumorganisationen wie Nasa oder Esa unmöglich erscheint, das gelingt dem privaten Imperium Space X.“

Demnach folgten einem Probestart im Februar 2018 mit nur zwei Satelliten weitere Starts im Mai und November 2019 und nun im Januar 2020 mit jeweils 60 Satelliten. Sie wurden mit einer Falcon 9-Rakete in den Erdorbit transportiert.

„Die Satelliten des letzten Starts bewegen sich noch dicht beieinander und bilden diese Perlenkette, die wir zurzeit beobachten können“, erklärt Thiele. „Nach und nach suchen sie dann ihre Zielposition auf.“

Dabei sei das Vorhaben von Elon Musk nicht unumstritten. „Astronomen befürchten bei der Beobachtung des Weltalls erhebliche Störungen. Auch das Müllproblem im Erdorbit ist nicht von der Hand zu weisen.“

Deshalb prüfe die US-amerikanische Umweltbehörde, ob die Starlink-Mission gegen Umweltgesetze verstößt. Im Moment könne sich der Unternehmer aber auf eine Genehmigung berufen, bis zum Jahr 2027 insgesamt 11 867 weitere Satelliten ins All zu bringen. Geplant seien letztendlich bis 30 000 Satelliten.

Am 23. Januar ist die Satelliten-Kette am Himmel über Cottbus zwischen 17.49 bis 17.55 Uhr bei klarem Himmel besonders gut zu sehen.