
Heimatmuseum Dissen: Blaudruck-Schatz als Dauerleihgabe

Barbara Zenker 1969 vor dem Centrum-Warenhaus in Hoyerswerda. Sie organisierte Modenschauen, die auch über die Lausitz hinaus gezeigt wurden. Ihre Blaudruck-Kollektion kommt nach ihrem Tod als Dauerleihgabe ins Heimatmuseum Dissen.
Adi Wawro
Körbe voller Blaudruck-Mode gehören seit Neuestem zum Bestand des Heimatmuseums Dissen. Die Dauerleihgabe wird jetzt inventarisiert und soll für Sonderausstellungen auch in anderen Museen genutzt werden.
Silke Halpick
Selbst Schirme wurden mit Blaudruckstoffen bespannt. Regen hielten sie vermutlich nicht ab, dafür sind sie nach wie vor ein attraktiver Hingucker, wie auch Museumschefin Babette Zenker findet.
Silke Halpick
Viele Modelle, die DDR-Volkskünstler entworfen haben, sind auch heute noch tragbar. Das zeigt dieser Blaudruck-Minirock. Sogar ganz moderne Jumpsuits gehören zur Kollektion von Babara Zenker. Zu DDR-Zeiten hießen sie allerdings noch Overall.
Silke Halpick
Wichtigstes Utensil für die Blaudrucker waren die Model. Mit diesen Stempeln wurden die Muster auf den zu färbenden Stoff gebracht. Die Model wurden von Generation zu Generation weitergegeben.
Silke Halpick
Blaudruck-Mode fehlte früher in keinem Kleiderschrank. Laut Kleiderordnung durften einfache Menschen keine Spitze tragen, also bediente man sich in der bäuerlichen Tracht des Blaudrucks mit kunstvollen Ornamenten.
Silke Halpick
60 Kleider, aber auch Röcke, Westen, Jacken umfasst die neue Dauerleihgabe. Zu DDR-Zeiten experimentierten Volkskünstlern viel mit Blaudruckstoffen und Fehldrucken. 1988 entwickelte Barbara Zenker ihre Modenschau „Blau mit weißen Blumen“, bei der besondere Designerkleidungsstücke gezeigt wurden.
Silke Halpick
Selbst Accessoires wie diese kleine Puppe, der Fisch und eine Tasche aus Blaudruck entstanden in Handarbeit. Das Blaudruck-Verfahren hat mittlerweile den Status „Immatrielles Weltkulturere“ inne. Deutschlandweit gibt es nur noch ganz weniger Blaudrucker, die das traditionelle Handwerk beherrschen.
Silke Halpick