Von Georg Zielonkowski

Für schwache Nerven war diese Partie gegen den MTV Altlandsberg II vor der ansehnlichen Kulisse in der Lausitz-Arena nichts. Denn die LHC-Frauen präsentierten beim Spitzenspiel in der Brandenburgliga gegen den Tabellenzweiten ein Auf und Ab. Am Ende konnten sie sich bei Neira Voigt bedanken. Diese sicherte ihrem Team mit einem verwandelten Freiwurf in letzter Sekunde beide Punkte. 32:31 (15:13) lautete das Endergebnis.

Die Anspannung war dem bisherigen Tabellendritten in der Startphase gut anzumerken, selbst aus besten Positionen fanden die Würfe nicht ihr Ziel. Etwas besser machten es die Gäste, die immer wieder die Führung (3:2, 9:8, 12:11) übernahmen. Erst mit zwei schnellen Kontern konnte der LHC Sekunden vor der Pause auf ein Zwei-Tore-Plus enteilen.

Den begeisterten Zuschauern wurde von beiden Mannschaften ein außergewöhnlich schnelles Spiel mit sehenswerten Kombinationen geboten, sodass die Vorfreude auf die weiteren Spielminuten groß war. Da ahnte noch niemand, wie nervenaufreibend es noch werden würde. Zunächst zog der LHC davon (40. Minute, 21:17), doch die Gäste kamen wieder bis auf ein Tor heran. „Jetzt spielen nur noch wir, jetzt beginnt unser Spiel“, tönte es von der Altlandsberger Trainerbank während der Auszeit.

Doch wieder zog der LHC die Zügel an, auch weil Nicole Radzko ein ums andere Mal überragende Zuspiele an den Kreis nutzen konnte. Ein sicherer 30:25-Vorsprung fünfeinhalb Minuten vor dem Abpfiff erschien als sicheres Polster. Doch unbeeindruckt drehte der MTV nochmals auf, während den Gastgerberinnen nichts mehr gelingen wollte.

Als zu allem Übel Vanessa Straße nach einem Schiri-Pfiff den Ball am Mittelkreis zu lange in der Hand hielt, wurde sie mit der Roten Karte bestraft, zugleich gab es Siebenmeter für die Gäste. Dieser wurde zwölf Sekunden vor dem Abpfiff von Melanie Wüstner zum 31:31 verwandelt.

Überfallartig stürmten die Cottbuserinnen nach dem folgenden Anwurf in Richtung Torraum der Gäste. Mit Erfolg, denn zwei Sekunden vor dem Abpfiff gab es den erhofften Strafwurf in zentraler Position. Vom LHC-Block wurde Neira Voigt angespielt, die stieg hoch und über die Hände der Verteidigerinnen versenkte sie den Ball im Gästetor. Ein unbeschreiblicher Jubel bei der Schützin, ihren Mitspielerinnen und auf der Tribüne bestimmte anschließend minutenlang das Bild in der Lausitz-Arena – zwei wichtige Punkte waren gerettet und der Sprung zurück auf Tabellenplatz zwei damit geglückt.

„Ich bin begeistert von der Moral der Mädels“, sagte LHC-Coach Ramon Quarta. „Ein Remis wäre heute aber auch gerecht gewesen, weil die Gäste ein tolles Spiel gemacht haben.“ Tatsächlich hatte Altlandsbersg Melanie Wüstner 14 Tore geworfen. „Aber die zwei Punkte, die unser Ziel waren, nehmen wir gern an“, ergänzte Quarta. „So ganz unverdient waren die angesichts der Moral am Ende nicht.“

Und die besonders umjubelte Neira Voigt fügte an: „Mir ist heute lange nichts gelungen, umso mehr bin ich jetzt froh, dass mein wichtigster Wurf des Tages drin war.“

LHC: Kothe – Straße (2 Tore), Ratzko (10), Reimer (2), Weber (2), Voigt (7), Schieritz, Kleiner, Radigk, Zemke, Matthée (6), Bähr, Schwanke (3), Lehmann