Glaswerk Döbern: Anklage gegen Cristalica-Chef erhoben

Die Glaspyramide im Traditionsstandort Döbern: Sie ist das sichtbare Aushängeschild der Cristalica GmbH.
Christian TaubertDie Staatsanwaltschaft Cottbus hat gegen den Geschäftsführer der Cristalica GmbH in Döbern (Spree-Neiße) Lutz Stache Anklage vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Cottbus erhoben. Wie ein Gerichtssprecher gegenüber der Lausitzer Rundschau bestätigt, werde dem Angeschuldigten Betrug in besonders schwerem Fall vorgeworfen.
Bereits im Juni 2016 war Stache ins Visier der Ermittler geraten. Sie hatten bei einer Razzia bei Cristalica sowie in Geschäfts- und Wohnräume des Geschäftsführers Unterlagen gesichert. Das Vorgehen der Staatsanwaltschaft stand in Zusammenhang mit dem Ermittlungsverfahren gegen den Unternehmer wegen des Verdachts auf Subventionsbetrug.
Wurden Förderbedingungen der ILB nicht erfüllt?
Hintergrund dafür ist, dass die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) Anfang 2016 einen Widerrufsbescheid für gewährte Fördergelder erlassen hatte. Sie waren bei der Übernahme der Glashütte in Höhe von 4,5 Millionen Euro gewährt und daran geknüpft worden, in Döbern die Glasproduktion fortzusetzen. Die ILB sah die Umsetzung der Förderbedingungen aber nicht mehr realisiert.
Über die Zulassung der Anklage muss jetzt das Landgericht Cottbus entscheiden. Dies ist noch nicht erfolgt. Der Angeschuldigte hat derzeit Gelegenheit, sich zu der Anklage zu erklären.
*Hierbei handelt es sich um einen Archiv-Artikel. Die Online-Redaktion von LR.de hat den Beitrag noch einmal aufbereitet, da derzeit erneut ein Prozess gegen den Geschäftsführer der Cristalica GmbH am Landgericht Cottbus verhandelt wird.
