Gewalt in Cottbus: Das passiert mit auffälligen Schülern in Sachsendorf

Gewalttätige Schüler tyrannisieren Mitschüler und Lehrer – auch in Cottbus. Jetzt greift die Stadt durch. Erste Maßnahmen folgen nach den Winterferien. (Symbolbild)
Oliver Berg/dpa- Stadt Cottbus greift bei Gewalt an Regine-Hildebrandt-Grundschule durch.
- Nach den Winterferien (2.–7. Feb. 2026) starten Maßnahmen.
- Schulleitung personell gestärkt, erweiterte Leitung gebildet.
- Projekt „Ein Quadratkilometer Bildung“ mit Sozialarbeitern geplant.
- Zwei Kinder: 6 Monate schulersetzende Maßnahme mit Sozialkompetenztraining.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Immer öfter eskaliert es an Cottbuser Schulen. Körperliche Gewalt, Erpressung und Androhungen versetzen Schüler, Eltern und Lehrer in Angst. Stadt und Land wollen jetzt schnell reagieren und kündigen mehrere Maßnahmen an, die nach den Winterferien (2. bis 7. Februar 2026) greifen sollen.
Unterstützung erfährt vor allem die Regine-Hildebrandt-Grundschule in Sachsendorf. Eltern waren hier mit einem Brandbrief an die Öffentlichkeit gegangen, um auf wiederholte Gewaltvorfälle aufmerksam zu machen und Konsequenzen einzufordern.
Ein Ergebnis hat die Stadt jetzt mitgeteilt: Die Schulleitung wird personell gestärkt. „Die Position der stellvertretenden Schulleitung wurde vergeben und eine erweiterte Schulleitung gebildet“, erklärt Cottbus-Sprecher Jan Gloßmann.
Sozialarbeit nach Gewaltvorfällen an Grundschule in Cottbus
Zudem liefen Vorbereitungen, um das Projekt „Ein Quadratkilometer Bildung“ für mehr Bildungsgerechtigkeit in Stadtvierteln mit besonderen Herausforderungen an die Schule und in ihr Umfeld zu bringen, so Gloßmann weiter. Das Bildungsnetzwerk geht mit geschulten Sozialarbeitern die Gewaltprobleme in von Armut betroffenen Stadtvierteln oder Gemeinden an.
Eine kleine Gruppe von Kindern aus den Klassenstufen vier und sechs an der Regine-Hildebrandt-Grundschule war als stark verhaltensauffällig ausgemacht worden. Sie sollen aus den Klassen genommen und in Lerngruppen unterrichtet werden. Nach den Winterferien nehme die erste der beiden Lerngruppen außerhalb des Schulstandortes ihre Arbeit auf, kündigt der Stadtsprecher an. Sie wurde für sechs Kinder der Jahrgangsstufe sechs gebildet. Die nötigen Voraussetzungen hätten das Bildungsministerium und das Staatliche Schulamt Cottbus geschaffen. Die Lerngruppe für Kinder der Jahrgangsstufe vier sei in Vorbereitung.
Nach Gewalt an Cottbuser Schule – auch Eltern einbezogen
Noch radikaler greift die Stadt bei zwei besonders auffällig gewordenen Kindern durch, die mehrfach an gewalttätigen und verbalen Auseinandersetzungen in der Schule, auf dem Schulhof sowie im Wohngebiet beteiligt waren. Sie würden unmittelbar nach den Winterferien für sechs Monate aus der Schule genommen und in einer schulersetzenden Maßnahme tagsüber unterrichtet und betreut.
„Entsprechende Vorkehrungen hat das Jugendamt veranlasst und einen Träger mit der Aufgabe betraut“, erklärt Jan Gloßmann. Dieser Unterricht sei an ein Training für soziale Kompetenzen gekoppelt. Die betroffenen Eltern haben sich demnach mit der Verfahrensweise einverstanden erklärt. Die Arbeit mit den Familien sei wichtig, um auf das Sozialverhalten von Kindern einwirken zu können.
