Jetzt ist es offiziell so weit. Die neue Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie (IEG) hat ihre Arbeit aufgenommen. Das hat die Fraunhofer-Gesellschaft am Donnerstagmorgen mitgeteilt. Das neue Institut solle mit seiner Forschung eine „zentrale Rolle bei der Energieversorgung der Zukunft“. Zugleich ist es ein Beitrag zum Strukturwandel. „Besonders freut mich der revierübergreifende Aufbau der Einrichtung. So sichern und verstärken wir die Energieforschungskompetenzen im Rheinischen Revier und in der Lausitz und schaffen hochwertige Arbeitsplätze vor Ort“, erklärt Thomas Rachel, Staatssekretär im Bundesforschungsministerium.

Ein Standbein des IEG wird Cottbus sein. Der Standort an der BTU mit Außenstelle in Zittau soll Fragen der Infrastruktur zur Kopplung der Energiesektoren Wärme, Strom, Gas und Verkehr erforschen. Hierzu wird an der BTU der Einrichtungsteil „Energieinfrastrukturen“ zu den Schwerpunkthemen Wärme- und Gasinfrastrukturen aufgebaut.

Ministerin Schüle: ein deutlicher Schub für die Lausitz

„Das gibt der Strukturentwicklung in der Lausitz einen weiteren deutlichen Schub“, ist Brandenburgs Wissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD) überzeugt. „Mit der gezielten und nachhaltigen Ansiedlung von hochkarätigen Forschungseinrichtungen im Umfeld der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg stärken wir den Forschungsstandort Lausitz, befördern Innovation und die wirtschaftliche Entwicklung und gestalten die Zukunft der Region. Damit machen wir klar: Zukunft wird in Brandenburg gemacht.“

Ein Institut viele Standorte

Weitere Standorte der neuen Einrichtung werden Aachen und Jülich sein. Am Standort Aachen werden in Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen die Aktivitäten zur Nutzung von Georessourcen sowie thermischer und stofflicher Speicher angesiedelt. Darüber hinaus wird am RWE-Kraftwerk in Weisweiler ein Großlabor für tiefengeothermische Technologien zur Wärme-, Kälte- und Stromerzeugung eingerichtet.

Am Einrichtungsteil Jülich, am Open District Hub Research Center, werden digitale Lösungen für eine Kopplung von Strom, Wärme und Verkehr auf Quartiersebene entwickelt.

Ideen für den Strukturwandel Vier neue Institute für die Lausitz

Cottbus/Görlitz/Zittau

Zudem wird das „Internationale Geothermiezentrum Bochum“ als ein Kernbaustein für die neue Einrichtung in die Fraunhofer-Gesellschaft aufgenommen. „Diese Fraunhofer-Einrichtung wird dazu beitragen, den Forschungsstandort Deutschland auf wichtigen Feldern der Energiewende wie der Entwicklung von digitalen Lösungen zur Sektorkopplung noch schneller voranzubringen“, so Staatssekretär Rachel.

BTU-Präsidentin: Cottbus kann viel beisteuern

Die amtierende Präsidentin der BTU, Professorin Christiane Hipp, sagte: „Wir haben den Prozess der Ansiedlung intensiv begleitet und werden auf den Gebieten der Wärme- und Gas-Infrastrukturen, der Energiespeicher sowie der Sektorenkopplung eng mit der neuen Einrichtung zusammenarbeiten.“ Die BTU verfüge über das Know-how, die Sektorenkopplung näher zu untersuchen und eine Optimierung der Prozesse zu erzielen. „Die gemeinsam erarbeiteten Ergebnisse werden neue, optimierte Betriebsweisen der Energiesysteme ermöglichen und damit einen Beitrag zum Gelingen der Energiewende leisten.“

27,4 Millionen Euro für den Standort Cottbus

Die neue Fraunhofer-Einrichtung soll künftig von Professor Mario Ragwitz geleitet werden. Brandenburg unterstützt die Gründung der neuen Einrichtung in der fünfjährigen Aufbauphase mit insgesamt 18 Millionen Euro, aus Bundesmitteln werden für den Cottbuser Standort 27,4 Millionen Euro erwartet.