Rund 40 Cottbuser Gastronomen haben sich am 1. Mai an dem „Kunstprojekt – Leere Stühle“ auf dem Altmarkt beteiligt, um auf die Not des Gastgewerbes aufmerksam zu machen und ein klares Zeichen zu setzen. Initiiert hatte die Aktion die Redo XXL Cottbus GmbH. Damit schlossen  sich die Cottbuser der bundesweiten Aktion „Leere Stühle“ an. Hoteliers und Veranstalter stellten Stühle aus ihren Restaurants, Hotels und Veranstaltungsräumen auf den Altmarkt, um damit ihren Forderungen nach wirksameren Hilfen für die Branche Nachdruck zu verleihen.

In einem offenen Brief, den die Unternehmer am 1. Mai übergeben haben, machten sie auf ihre Situation aufmerksam. Es gehe ihnen dabei vor allem um Gesprächen zu Förderungen, Zuschüssen und Lösungen, wie der Ausstieg aus Corona-Misere zu finden sei. „Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und durchaus in der Lage, wirksame Hygiene-Konzepte zur erarbeiten und umzusetzen. Aber dazu muss man mit uns reden und uns die Perspektive geben, diese schwierige Zeit überbrücken zu können“, so die  Aussage der beteiligten Unternehmer. Kernforderungen sind unter anderen eine klare Exit-Strategie für die Wiedereröffnung der Betriebe, die dauerhafte Einführung von sieben Prozent Mehrwertsteuer für das Gastgewerbe, die Aufstockung von Zuschüssen für alle Unternehmensgrößen – bemessen an den Steuererklärungen, die Aufstockung des Kurzarbeitergeldes auf 90 Prozent ab Antragstellung sowie die Klarstellung zum Soforthilfe-Zuschuss.

Mit dabei waren auch Petra und Carsten Hajek, Inhaber vom Café Lauterbach: „Seit 40 Tagen haben wir keinen Umsatz mehr, aber Verantwortung für 35 Angestellte und ihre Familien. So wie es jetzt ist, kann es nicht weitergehen. Das geht an die Existenz. Wir rufen den Verantwortlichen in der Politik zu: Lasst uns arbeiten und für unsere Gäste da sein. Sonst stirbt die Kneipenlandschaft in Cottbus und in der Lausitz aus“, und fügten hinzu: „Wir werden ab Montag jeden Tag Stühle vor unser geschlossenes Cafè stellen.“

Petra Mey vom Cottbuser Brau & Bistro pflichtet Hajeks bei: „Es ist enorm wichtig, dass wir  nach so langer Zeit wieder öffnen können, sonst wird es bald keine Gaststätten mehr geben.“

Eine ähnliche Aktion mit weiteren Cottbuser Gastronomen fand auch vor dem Staatstheater statt.