Frühlingsradeln in Cottbus: Außergewöhnliche Route zum Jubiläum - alle Infos zur Tour

Das Frühlingsradeln in Cottbus zieht am letzten Sonntag im April seit 30 Jahren regelmäßig hunderte Cottbuser Radler magisch an.
Michael Helbig- Frühlingsradeln in Cottbus feiert das 30. Jubiläum mit besonderer Route.
- Start im Lausitz-Velodrom am Sonntag, 26. April, 10 Uhr – Strecke 26 Kilometer.
- Route führt über die neue Umgehungsstraße bei Kahren zum Cottbuser Ostsee und zurück.
- Doppeljubiläum: Erinnerung an den Friedensfahrtsieg von Hans-Joachim Hartnick vor 50 Jahren.
- RSC lädt mit Promi-Gästen ein, danach Radlerparty ab 12 Uhr mit Tombola im Velodrom.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Cottbus ist eine Stadt des Radsports. Das lässt sich nicht nur an den Weltmeistertiteln und Olympiamedaillen der Asse des SC Cottbus/RSC Cottbus ablesen. Seit nunmehr 30 Jahren treten regelmäßig am letzten Sonntag im April Hunderte Freizeit-Radler beim traditionellen Frühlingsradeln in die Pedale.
Die Veranstaltung des RSC feiert damit am Sonntag, 26. April 2026 (Start 10 Uhr), ebenso ein Jubiläum wie der Sieg des Cottbusers Hans-Joachim Hartnick vor 50 Jahren bei der legendären Friedensfahrt.
„Das Doppeljubiläum entspricht unserem Anspruch, uns um Spitzensport und das Jedermann-Radeln gleichermaßen zu kümmern“, sagt RSC-Geschäftsführer Axel Viertler, der auf Friedensfahrt-Asse von einst wie Olaf Ludwig und Michael Schiffner verweist, die am Sonntag auf dem Rad und beim Sattelfest im Cottbuser Velodrom dabei sein werden.
Einer, der die Radsport-Entwicklung in Cottbus hautnah miterlebt hat und immer selbst dabei war, ist Gernot Müller. Heute ist der Cottbuser 81 Jahre alt. Gernot Müllers Familie ist eine der bemerkenswerten Cottbuser Radsport-Familien. Denn seit 1959, als Gernot diese Sportart für sich selbst entdeckt hatte, haben bis heute seine Kinder und Enkel René, Robert, Julia, Max und Tom nicht einfach nur Freude am Radsport gefunden. Denn Gernot Müller hat das Radsport-Gen an seine Nachfahren weitergegeben. Der Cottbuser selbst war die Kleine Friedensfahrt – ein Rennen für den Nachwuchs – einst zu Dynamo Cottbus gekommen.
Eine außergewöhnliche Radsport-Familie in Cottbus
„Wir sind nicht Weltmeister geworden, aber wir haben Täve Schur nachgeahmt – das war unsere Zeit“, erinnert sich Gernot Müller daran, wie ein Reifendefekt seinen größten Erfolg verhinderte. Mit dem Dynamo-Bahnvierer war er in der U17 letztlich deutscher Vizemeister geworden.
Gernot Müllers Sohn René, mit dem er nach der Wende in Cottbus einen Reifendienst als Franchise-Unternehmen aufgebaut hat, fährt noch heute in Vaters Spuren. Geehrt mit einem Gelben Trikot von Weltmeister Bernd Drogan (SCC) beendete er Mitte der 1980er-Jahre die damalige Kinder-Etappenfahrt als Sieger aller drei Etappen. „Ich war stolz wie Bolle“, sagt der heute 57-Jährige. Das war meine Sportart, „auch wenn ich später die Aufnahme an die Sportschule nicht geschafft habe“. Den Rennsattel hat er nie mehr verlassen. Seitdem ist er aktives Mitglied im Velo-Team des RSC Cottbus, das aktuell 112 Mitglieder zählt. Längst gibt es keine Radtourenfahrt (RTF) in Deutschland mehr, die René Müller nicht gefahren ist.

Mit Radsport-Idol Täve Schur (2.v.l.) beim Frühlingsradeln im Jahr 2018 im Cottbuser Velodrom: René, Andrea und Gernot Müller (v.l.).
Müller/Christian TaubertDen beiden „älteren Herren“ folgen in der Familienchronik die Kinder von Gernots Tochter Carina (verheiratete Kanter), Robert, Julia und Max. Hinzu kommt Sohn Tom des Ehepaares René und Andrea Müller. Bahn-Sprinter Robert Kanter (34) wurde mehrfacher Deutscher Meister in den Sprintdisziplinen und krönte seine Erfolge im Jahr 2014 mit dem bronzenen EM-Rang im Teamsprint. Julia Kanter errang als talentierte Straßenfahrerin neben einer Reihe von Siegen den Vizemeistertitel bei der Deutschen Meisterschaft auf der Straße der U15. „Tom und Max hätten auch gute Fußballer werden können“, denkt René Müller an die Kinderjahre bei der Schulsportgemeinschaft Kahren zurück. Doch bei dieser vorgelebten Familientradition war der sportliche Weg auf dem Rad vorgezeichnet.
Internationale Erfolge für den Nachwuchs der Familie aus Cottbus
Während Tom (27) seine Laufbahn trotz der Zugehörigkeit zu Nationalteams im Nachwuchs nach dem Abitur an der Sportschule beendete, startete Max Kanter (28) in die nationale und internationale Spitze durch. Schon mit 18 Jahren düpierte er als Mitglied des Lausitzer LKT-Teams Weltklasse-Fahrer bei den Deutschen Bahnmeisterschaften im Cottbuser Velodrom. Er gewinnt überraschend das Scratch-Rennen und zeigt, dass bei Sprint-Entscheidungen immer mit ihm zu rechnen sein wird.
Im Jahr 2017 lässt Max Kanter den Meistertitel auf der Straße in der U 23 folgen, platziert sich in Profirennen und erhält 2019 bei Sunweb seinen ersten Profivertrag. Ein Müller-Nachwuchs, Max Kanter, ist ganz oben angekommen. Er wechselt in die Profiteams von Movistar (2022) und seit dem Vorjahr zu Astana. Bei der Türkei-Rundfahrt 2024 macht er mit dem Gewinn der zweiten Etappe seinen ersten Profisieg perfekt. Und im Frühjahr 2026 sprintet er mit einem Etappensieg bei Paris-Nizza erstmals auf das Siegerpodest bei einem Rennen der UCI WorldTour.
Im „Hause Müller“ war der Jubel natürlich groß. Wie seit Jahren üblich hält Carinas Lebensgefährte René im Familien-Chat alle auf dem Laufenden. Wiedersehen wird sich die radsportbegeisterte Großfamilie auf jeden Fall am Sonntag, 26. April, beim Frühlingsradeln – so wie in den drei Jahrzehnten zuvor. „Einmal waren wir im Urlaub und nicht dabei“, korrigiert Andrea Müller, die mit den Frauen des Velo-Teams wieder für das Kuchen-Buffet sorgen wird.
Übrigens ist auch die Tombola während des Radlerfestes schon 30 Jahre alt – und Sponsoren vom Fahrradcenter L. Heßlich über die Stadtwerke Cottbus bis zu AeroHeli Neuhausen haben dem Freizeitsport-Event die Treue gehalten. Und damit auch alle Müllers von Gernot an Erwähnung finden, hat sich unter den Tombola-Hauptgewinnern in der Vergangenheit eine „Müllerin“ befunden. Louisa gewann ein Mountainbike, das sie später ihrer Mutter Andrea schenkte. Und sie fährt das Velo heute noch.
30. Frühlingsradeln in Cottbus
Beim 30. Frühlingsradeln mit Start im Lausitz-Velodrom feiert der RSC Cottbus zugleich den Friedensfahrtsieg des Cottbusers Hans-Joachim Hartnick vor 50 Jahren. Hartnick gewann damals die Gesamtwertung auf dem Kurs von Prag über Warschau nach Berlin.
Den Startschuss für die Jubiläumstour am Sonntag, 26. April, 10 Uhr, vollzieht der Cottbuser Oberbürgermeister Tobias Schick (SPD).
Die Strecke führt in diesem Jahr über 26 Kilometer vom Velodrom auf die neue Umgehungsstraße bei Kahren, zum Cottbuser Ostsee und zurück. Ab 12 Uhr steigt im Innenraum des Radstadions die traditionelle Radlerparty mit großer Tombola.

