Forschung in Cottbus
: An diesen Themen arbeitet das Umweltbundesamt

Das Umweltbundesamt hat jetzt auch eine Dienstelle in Cottbus. Warum kommt die Bundesbehörde in die Lausitz und woran wollen die Mitarbeitenden dort forschen?
Von
Luise Mösle
Cottbus
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Das Umweltbundesamt bekommt nun auch einen Standort in Cottbus. Noch ist von außen wenig zu sehen, deshalb hier der Schriftzug auf dem neuen Erweiterungsbau in Berlin.

Sebastian Willnow

Das Umweltbundesamt (UBA) hat eine Außenstelle in Cottbus. Mitarbeiter der Bundesbehörde forschen jetzt an der Wernerstraße in Cottbus zum Thema Dekarbonisierung in Industrie und im Verkehr.

Zunächst zehn Mitarbeiter sollen in Cottbus und Umgebung untersuchen, wie sich energieintensive Industrieprozesse klimaneutral machen lassen. Dabei wird der neue Standort in Cottbus von der Bundesregierung über das Strukturstärkungsgesetz für Kohleregionen finanziert.

Warum kommt das Umweltbundesamt nach Cottbus?

Der Strukturwandel stellt die Region vor besondere Herausforderungen, vor allem wenn es um die Umstellung ihrer Energiesysteme geht. Darum habe das Umweltbundesamt die Lausitzmetropole für ihren Forschungsschwerpunkt Dekarbonisierung von Industrie und Verkehr ausgewählt, sagt eine Sprecherin des Umweltbundesamtes.

Auch gebe es hier in der Lausitz bereits zahlreiche Fachleute, die zu diesem Thema arbeiten. Durch den Standort in Cottbus wolle sich das UBA mit der lokalen Wirtschaft und Forschungseinrichtungen in der Region enger vernetzen. Interessant für das UBA sind zum Beispiel das Kompetenzzentrum für Klimaschutz in energieintensiven Industrien (KEI), die Brandenburgische Technische Universität (BTU) Cottbus–Senftenberg oder das Praxislabor für Kraftstoffe aus grünem Wasserstoff (PtX Lab).

Woran wird am UBA in Cottbus geforscht?

Die Mitarbeiter an dem neuen Standort des Umweltbundesamtes in Cottbus sollen an gleich mehreren Projekten arbeiten. Der Schwerpunkt liegt auf der Dekarbonisierung der Industrie, sagt die Sprecherin des UBA. Dazu wird in Cottbus geforscht, wie gerade energieintensive Industrien ihre Anlagen umstellen können — weg von fossilen Energieträgern wie Kohle und Gas, hin zu Strom, der idealerweise aus erneuerbaren Quellen produziert wird. Außerdem soll das Team daran arbeiten, wie CO₂ in Produktionsprozessen eingespart werden kann — zum Beispiel bei der Herstellung von Zement.

Zweites Standbein des UBA–Teams in Cottbus werden Fragen rund um den klimaneutralen Transport und Verkehr sein. Zwei Mitarbeiter aus dem Team würden beispielsweise intensiv untersuchen, wie sich Güter auf der Straße und auf dem Wasser klimaneutral transportiert lassen.

Noch eine Institution für klimaneutrale Industrie?

In Cottbus gibt es bereits eine Institution, die sich mit massiv verbessertem Klimaschutz in der Industrie befasst. Seit 2019 berät das Kompetenzzentrum Klimaschutz in energieintensiven Industrien (KEI) die ortsansässige Industrie zu diesem Thema. Das KEI arbeitet im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums von Robert Habeck (Bündnis90/Grüne).

Die Aufgabe der neuen Zweigstelle des Umweltbundesamtes wird eine andere sein. „Unsere Aufgabe ist die wissenschaftliche Forschung und Beratung der Bundesregierung zu allen umweltrelevanten Themen“, sagt ein Sprecher des Umweltbundesamtes.

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